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Freitag, 21. April 2017

Existenzgründer in Deutschland

Mehr in freien Berufen – weniger in gewerblichen
Redaktion: Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn
PRESSEMITTEILUNG
Bonn/gc. Die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland ist in 2016 insgesamt um 2,7 % gesunken. Zugleich zeigt sich, dass sich die gegensätzliche Entwicklung zwischen den Gründungen im gewerblichen Bereich und den freiberuflichen Gründungen fortgesetzt hat.


Während im vergangenen Jahr rund 282.400 Personen mit einer gewerblichen Existenzgründung starteten (-5,4 % im Vergleich zu 2015: 298.500), stieg die Anzahl der neuen selbstständigen Freiberufler um 5.500 auf 88.800 Personen (+6,6 % im Vergleich zu 2015: 83.300). Die Zahl der Unternehmensschließungen im gewerblichen Bereich sank weiter um 5,2 % auf rund 310.900.

„Bei den Existenzgründungen im gewerblichen Bereich sehen wir, dass sich die generell gute Arbeitsmarktlage weiterhin auswirkt: Qualifizierte Erwerbstätige finden offenkundig weiterhin ausreichend attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten“, erklärt Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn.

„Eine positive Entwicklung für die deutsche Volkswirtschaft ist dabei, dass in 2016 jede dritte gewerbliche Existenzgründung eine Betriebsgründung einer Hauptniederlassung war. Mit einer solchen Gründung sind häufig neue Arbeitsplätze verbunden. Insgesamt stiegen die Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen im vergangenen Jahr um 3,9 % auf 89.800.“

Als Gründe für die stetige Zunahme der Existenzgründungen in den Freien Berufen sieht sie die Tertiarisierung sowie die höhere Bedeutung der Wissensverarbeitung und der Informationsdienstleistungen an: „Sichtbare Spuren hat zudem der Outsourcing-Trend der vergangenen Jahrzehnte hinterlassen: Kombiniert mit der rasanten Entwicklung im Bereich der Kommunikationstechnologien hat dies zu neuen Märkten – und damit zu neuen Formen der Selbstständigkeit geführt“, so Dr. Rosemarie Kay.

Die Gründungsneigung variiert regional. Gemessen an den Gründungen je 10.000 Erwerbspersonen (Existenzgründungsintensität) zeigt sich, dass diese mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen und Thüringen in allen übrigen Bundesländern gesunken ist.

Für das laufende Jahr 2017 erwarten die Wissenschaftler des IfM Bonn, dass sich generell die gegenläufige Tendenz im Gründungsgeschehen fortsetzt.

Einen Gesamtüberblick über das Gründungsgeschehen in Deutschland bietet das IfM Bonn auf seiner Internetseite. Dabei wird näherungsweise die Anzahl der Personen erfasst, die im jeweiligen Kalenderjahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb aufgenommen haben.

Weitere Informationen:

Aussender:
Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Maximilianstraße 20
53111 Bonn
presse@ifm-bonn.org

Dr. Jutta Gröschl
Telefon: 0228-72 99 7 29
groeschl@ifm-bonn.org
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