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Montag, 13. November 2017

Ständig meckernd

von Heiko Wruck
KOMMENTAR
Ein Leben lang gegen den Klassenfeind zu kämpfen und diesen Kampf zu verlieren, ist tragisch, aber nicht unehrenhaft. Und danach vom immer noch selben Klassenfeind Rente zu kassieren, das kann als Demütigung oder auch als Großzügigkeit verstanden werden.


Doch diese Rentenzahlung, egal wie hoch sie ausfällt,  als Abwertung seiner Lebensleistung und als Siegermentalität zu kritisieren, ist ohne Anstand. Wie wäre die DDR mit system- und staatstragenden Frauen und Männern einer abgewickelten Bundesrepublik umgegangen? Man muss kein Freund eines kapitalistischen Gesellschaftssystems sein. Es gibt genügend Verbrechen, die auch dieser Art zu leben immanent sind. Es ist ehrenhaft, dies zu kritisieren. Man muss die parlamentarische Parteiendemokratie, wie sie die Bundesrepublik Deutschland hat, nicht berauschend finden. Mehrheiten haben höchst selten etwas mit mehr Gerechtigkeit zu tun.

Aber all diese Ungerechtigkeiten sind regulierbar – im Gegensatz zu denen, die in Monarchien, Personen- oder Parteiendiktaturen programmatisch sind. Das Leben parlamentarisch gerechter und damit auch lebenswerter zu machen und gemeinsam nach einer Alternative zum Kapitalismus zu suchen, ist aufreibend und anstrengend. Es geht nur eben nicht mit Leuten, die ständig meckernd die Hand aufhalten.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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