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Freitag, 30. März 2018

Sozialer Nationalismus

von Heiko Wruck
KOLUMNE
Häufig werden der Faschismus und der Kommunismus gleichgesetzt. Aber dies ist nicht richtig. Auch wenn die Auswirkungen beider Extremismusvarianten in weiten Teilen identisch sind.


Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass der Faschismus eine extrovertrierte, der Kommunismus eine introvertierte Ideologie zeigt. Faschistisches Streben ist auf die Unterwerfung und Ausbeutung fremder Länder sowie auf die Versklavung und Vernichtung fremder Völker ausgerichtet. Insofern ist er extrovertiert. Der Kommunismus ist nach innen gerichtet, also introvertiert. Er will „einen Menschen neuen Typus erschaffen“, der frei von kapitalistischen Zwängen ist. Dies könne jedoch nur gelingen, wenn die Menschen in ihren eigenen Ländern die Voraussetzungen dafür schaffen. Das fand Ausdruck im kommunistischen Dogma: Die Revolution lässt sich nicht exportieren. Das faschistische Dogma gründet sich auf den weltweiten Herrschaftsanspruch der „überlegenen Rasse“.

Zerstörerisch, tödlich und extremistisch sind beide Ideologien, und sie sind zutiefst kollektivistisch. Wer nicht zum Kollektiv gehört, ist ein Feind und wird vernichtet. Der Klebstoff beider Ideologien ist die kollektive Vereinnahmung. Deswegen setzen beide Extreme auf einen sozialen Nationalismus. Das macht sie gleich.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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