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Montag, 19. März 2012

Hinter der Kirche in Weimar

Geophysikalische Prospektion im Bereich Herderplatz
Redaktion: Stadtverwaltung Weimar
Dieser Beitrag kann in vollem Umfang kostenlos genutzt werden.
Pressemitteilung
Weimar/gc. Im Rahmen der Platzneugestaltung im Bereich des Weimarer Herderplatzes sollen Informationen über die Schichtbereiche von ca. 20 cm bis ca. 7 m unter der Oberfläche gewonnen werden.

Die Untersuchungen dienen einerseits der möglichst genauen Planung der archäologischen Ausgrabungen und andererseits der Gewinnung von Informationen zu archäologischen Strukturen aus Bereichen, die nicht durch eine Ausgrabung erschlossen werden können. Dabei stehen größere Befunde wie Fundamente oder Keller im Vordergrund.

Um einen ersten Überblick zu bekommen wurden zunächst Tiefenprofile mit Hilfe der Gleichstrom-Bodenwiderstandsmessung aufgenommen. Diese Methode ist bei den gegebenen Oberflächenbedingungen (Natursteinpflaster) einsetzbar und zeichnet sich dadurch aus, dass sie gegenüber Störungen (Autos, Leitungen usw.) relativ unempfindlich ist.

Bei dem Verfahren wird der Bodenwiderstand gemessen, indem Elektroden in den Boden gesteckt werden, durch die nach einem vorgegebenen Schema jeweils durch zwei Elektroden Strom eingespeist wird und an anderen Elektroden die dadurch entstehenden Spannungen gemessen werden. Der Abstand der Elektroden gibt dabei die Tiefenlage der Messung vor. Durch den Einsatz einer Computersteuerung und einer relativ aufwendigen Auswertung ist es so möglich ganze Volumenbereiche zu erfassen, die dann „virtuell ausgegraben“ werden können.

Fundamentstrukturen sind dabei durch höhere spezifische Widerstande erkennbar, während z.B. Gräben meistens niedrigere Werte als der gewachsene Boden aufweisen. Da die Interpretation der Messergebnisse nicht immer eindeutig ist, sollen noch weitere Messverfahren an den interessanten Bereichen eingesetzt werden.

Die geophysikalischen Erkundungen werden vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar durchgeführt. An dem Prospektionsprojekt arbeiten Dr. Tim Schüler, Dipl.-Geophys. Mark Opelt und Iris Will (Praktikantin).

Da die Messungen noch nicht abgeschlossen sind, liegen noch keine umfassenden Ergebnisse vor. Erste Zwischenauswertungen ergaben aber bereits Hinweise auf Baustrukturen nördlich der Stadtkirche.

Bildunterschrift:
Die Ausgrabungen fördern Geschichte zutage. Foto: Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

Ansprechpartner:
Gebietsreferentin
Dr. Karin Sczech
Tel.: 03643-818342
sczechk@tlda.thueringen.de

Abteilungsleiter Archäonaturwissenschaften
Dr. Tim Schüler
Tel.: 03643-818345
schuelert@tlda.thueringen.de

Aussender:
Ralf Finke
Pressesprecher
Lt. Stabsstelle Kommunikation
und Protokoll
Stadtverwaltung Weimar
Markt 1
99401 Weimar
Tel.: 03643-762 651
Fax: 03643-762 650
presse@stadtweimar.de
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