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Dienstag, 11. Dezember 2012

Bochum ist ein Menetekel

von Heiko Wruck
Kommentar
Ausgerechnet Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) moniert, der Opel-Mutterkonzern General Motors habe nicht genügend getan, um den Standort Bochum zu retten. Das musste der doch auch gar nicht. Es war nie die Aufgabe eines Konzerns, einen Standort zu retten. Daran glauben bis heute nicht nur FDP-Wähler.


Konzerne, aber auch alle anderen Unternehmen, hatten eigentlich niemals Verantwortung für Standorte. Im Gegenteil, bis heute buhlen die Standorte um die Gunst der Investoren. Sie fördern Ansiedlungen, machen Steuergeschenke, gewähren größzügig Preisnachlässe für Einkäufe aller Art ... Unternehmen müssen in Wachstumsmärkten produzieren, lautet die Devise. Und da liegt das Dilemma.

Europas Automärkte stagnieren seit Jahren. Warum also sollte General Motors Produktionskapazitäten in einen gesättigten Markt investieren? Noch dazu mit einer Marke, die kaum jemand mehr haben will. In vielleicht zehn Jahren werden die rasant wachsenden Automärkte in China und Indien eine Größe erreicht haben, die den Produktionsstandort Europa tief in deren Schatten sinken lässt. Bochum ist heute nur ein Menetekel dafür, was verantwortungslose Politik in Europa kultiviert hat. Investiere immer nur dort, wo es am einfachsten ist, große Gewinne zu schreiben. Egal, was es kostet.

Kontakt:
Heiko@Wruck.org
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