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Dienstag, 12. August 2014

Vom Schießplatz zum Naturschutz

Übungsgelände soll Refugium werden
Redaktion: Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern
PRESSEMITTEILUNG
Schwerin/gc. Auf Einladung des Ministers für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, besuchte der Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Jochen Flasbarth am 6. August 2014 den im Landkreis Ludwigslust-Parchim gelegenen ehemaligen Truppenübungsplatz (TÜP) Lübtheen. Anlass dafür war die im Koalitionsvertrag des Bundes festgehaltene Absicht, 30.000 Hektar für den Naturschutz wertvolle Flächen in die Kulisse für das Nationale Naturerbe (NNE) aufzunehmen. 

Minister Backhaus wirbt seit Jahren dafür, dass der ehemalige TÜP Lübtheen mit einer Gesamtgröße von rund 6.200 Hektar als weit über das Land Mecklenburg-Vorpommern hinaus bedeutsame Fläche für den Naturschutz in die Flächenkulisse des NNE aufgenommen wird. 

Flasbarth erklärte, dass sein Ministerium den ehemaligen TÜP in das Nationale Naturerbe aufnehmen und dem Bundestag zur Zustimmung vorlegen wird.

Der ehemalige TÜP soll mit weiteren Flächen in Mecklenburg-Vorpommern Bestandteil des UNESCO-Biosphärenreservates „Flusslandschaft Elbe“ werden, für das der Minister aktuell das „Gesetz über das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern“ in den Landtag eingebracht hat.

Hintergrund:
Als Nationales Naturerbe werden Flächen in Deutschland bezeichnet, die seit dem Jahr 2000 als dauerhafte Naturschutzflächen gesichert werden. Dies geschieht durch Übertragungen von Land- und Wasserflächen aus dem Eigentum der Bundesrepublik Deutschland in die Trägerschaft der Bundesländer, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder von Naturschutzverbänden und -stiftungen. Die Flächen weisen einen hohen Naturschutzwert auf, da sie zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergen, großräumig sind und als Biotopverbund angesehen werden. Die Flächen des Nationalen Naturerbes sind Teil der von der Bundesregierung im Jahr 2007 beschlossenen nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang etwa 35.500 Hektar hochwertiger Naturschutzflächen u.a. in Nationalparken, UNESCO-Biosphärenreservaten, Naturschutzgebieten, Flächen von Naturschutzgroßprojekten und Natura 2000-Gebieten dem Nationalen Naturerbe zugeordnet.

Gemäß der Koalitionsvereinbarung des Bundes von 2013 zwischen CDU/CSU und SPD werden mindestens 30.000 Hektar weiterer Flächen von der Privatisierung ausgenommen und in das Nationale Naturerbe übertragen. Die Auswahl dieser dritten Tranche wird derzeit vorbereitet. Der ehemalige Truppenübungsplatz Lübtheen wird Bestandteil dieser dritten Tranche werden. Mit 6.200 Hektar Größe zählt er zu den wenigen noch vorhandenen unzerschnittenen Landschaften in Deutschland und zeichnet sich durch eine hochwertige Naturausstattung aus. Der Truppenübungsplatz ist Bestandteil verschiedener Europäischer Schutzgebiete (Natura 2000-Gebiete). So sind die Offenlandbereiche auf dem Truppenübungsplatz als Dünen- und Heidelebensräume nach FFH-Richtlinie ausgewiesen. Das größte Vorkommen des Ziegenmelkers in Mecklenburg-Vorpommern, sowie Vorkommen des Raufußkautzes und des Brachpiepers waren neben weiteren Artenvorkommen Anlass, bedeutende Teile des Gebietes als Europäisches Vogelschutzgebiet anzumelden.

UNESCO-Biosphärenreservate
Am 15. Dezember 1997 wurde die „Flusslandschaft Elbe“ als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Im Rahmen der im Jahr 2007 durch das Deutsche Nationalkomitee für das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) erfolgten Evaluierung des Gebietes in Mecklenburg-Vorpommern wurde unter anderem festgestellt, dass die erforderliche gesetzliche Sicherung nach nationalem Recht noch nicht erfolgt ist. Nach einem umfassenden Dialogprozess zum Gesetzgebungsverfahren wurde durch die Landesregierung ein entsprechender Gesetzesentwurf in den Landtag eingebracht.

Das Konzept der Biosphärenreservate wurde durch die UNESCO bereits 1974 ins Leben gerufen. Dazu wurden durch die UNESCO „Internationale Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate“ aufgestellt. Mit Stand 12. Juni 2014 besteht das Weltnetz der Biosphärenreservate aus 631 Gebieten mit einer Fläche von zirka 5,7 Millionen Quadratkilometern in 119 Staaten, davon 15 in Deutschland.

Aussender:
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt
und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
Pressesprecher
Constantin Marquardt
Tel.: 0385-588 6003
Fax: 0385-588 6022
c.marquardt@lu.mv-regierung.de
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