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Montag, 30. März 2015

Billigkräfte aus Osteuropa

Wer wird uns eigentlich einmal pflegen?
von Jürgen Rathje
KOLUMNE
Monatsbruttolöhne unter 1.500 Euro gelten heute als Armutslöhne. Liegen sie über 1.500, jedoch unter 2.000 Euro, werden sie als Prekärlöhne bezeichnet. Zirka 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in der Krankenpflege und 48 Prozent in der Altenpflege werden nach DGB-Angaben mit Armutslöhnen abgespeist.

Prekärlöhne erhalten demnach noch rund 20 Prozent der Beschäftigten in  der Krankenpflege und 24 Prozent in der Altenpflege. Kranken- und Altenpfleger sind fast rund um die Uhr im Dienst – und haben kaum ein Privatleben. Wochenend-, Schicht-, Bereitschafts- und Springerdienste sind oft Alltag. 12 Stunden Anwesenheit im Betrieb sind nicht selten. Hinzu kommen ständiger Zeitdruck, unglaubliche Dokumentationspflichten, enorme Krankenstände, gigantische Fluktuationsraten und Unterbesetzungen. Der Fachkräftemangel tritt in Gesundheits- und Pflegeberufen deutlich in Erscheinung. Das Statistische Bundesamt erwartet für 2025 eine Fachkräftelücke von zirka 112.000 Pflegevollkräften in Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Wegen der hohen Teilzeitquoten wird die Lücke noch größer. Der Bedarf wird auf rund 152.000 Pflegekräfte anwachsen.

Bis zu 40 Prozent heute Pflegender werden in zehn bis fünfzehn Jahren in Rente gehen. Personalgewinnung, -bindung und -entwicklung  werden also wichtiger. Sie zeigen, welche Arbeitgeber attraktiv sind. Die sind klar zu erkennen. Wie lange ist das Stammpersonal dabei? Wie sieht die tägliche Dienstbesetzung aus? Wie hoch ist der Krankenstand? Wie viele Azubis wurden übernommen? Wie hoch ist die Mitarbeiterverweildauer? Der Kreis schließt sich bei der Qualität der geleisteten Arbeit und dem Betriebsklima. Kräfte aus Osteuropa werden die Probleme nicht lösen. Politische, soziale und unternehmerische Ansätze sind gefragt. Was muss wirklich dokumentiert werden? Wie viele Fachkräfte braucht’s tatsächlich? Ist die Einrichtung zu groß?

Entsprechen die Pflegesätze dem echten Bedarf? Sind Grenzen für Unternehmensgewinne sinnvoll? Können die Mitarbeiter sich ein Privatleben und eine Familie leisten? Die Zahl Pflegebedürftiger steigt seit vielen Jahrzehnten, während die Zahl der Pflegebeschäftigten sinkt. Warum wohl? 

Bildunterschrift:
Jürgen Rathje, Unternehmensberater in Schwerin: Billigkräfte aus Osteuropa werden keine deutschen Probleme lösen. Foto: GMB

Aussender:
GMB Rathje-Beck GmbH
Jürgen Rathje
Geschäftsführer
Zum Bahnhof 14
19053  Schwerin
Tel.: 0385-7451242
Mobil: 0172-9182571
juergen.rathje@gmb-beratung.de
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