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Donnerstag, 30. Juni 2016

Diese Stümper

von Heiko Wruck
GLOSSE
Der Inbegriff stetigen Wachstums ist das Krebsgeschwür. Es streut, wächst, wuchert, breitet sich immer weiter aus. Da kann man machen, was man will. Irgendwann hat der Körper keine Kraft mehr, um dagegenzuhalten. Das Geschwür beraubt sich der eigenen Lebensgrundlage. Der befallende Körper stirbt. Stetiges Wachstum ist auch die Triebfeder unseres Wirtschaftssystems.


Stagnation, Rückgang, der Erhalt unserer Lebensgrundlagen sind sekundär. Hauptsache, jeder für sich hat genug. Genug ist aber nie genug, und so freut sich jeder Konzern, aber auch jeder Einzelhändler, über jeden einzelnen Euro Umsatzplus und Gewinn. Das muss auch so sein, denn schließlich sterben die meisten von uns dann doch an irgendeiner Krankheit. Ob nun Pest oder Cholera, Krebs oder Konsum. Ein unausweichliches Schicksal, vielleicht sogar eine Bestimmung? Möglicherweise wäre es doch besser, unseren Konsum sehr frühzeitig zu begrenzen, ehe er sich zu einem Krebsgeschwür auswächst und unsere Lebensgrundlagen vernichtet. Aber mal ehrlich, wollen wir das?

Da leben wir doch lieber in Saus und Braus und geben den Medizinern die Schuld, wenn der Krebs sich meldet. Die Mediziner sollen zu recht dafür büßen, dass es nun ausgerechnet uns erwischt hat. Hätten die mal besser aufgepasst, diese Stümper.

Kontakt:
heiko.wruck@t-online.de
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