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Sonntag, 1. Januar 2017

Gemeinsam für friedliche Lösungen

Nationalistische Interessen sind wieder Bedrohungen 
von Dr. Margret Seemann, Wittenburgs Bürgermeisterin
KOLUMNE
Ich erinnere mich insbesondere immer zum Jahresende an die Worte meiner Großmutter aus Kindertagen: „Je älter Du wirst, desto schneller vergeht die Zeit“.


Was sich für mich als Kind noch unglaubhaft angehört hat, bewahrheitet sich zunehmend.  Auch das Jahr 2016 hatte kaum begonnen, da ist es wieder zu Ende.  Liegt  es  nur am  „Älterwerden“ oder ist es nicht auch eine Frage unserer technisierten und digitalisierten Welt, verbunden mit einer 24stündigen Erreichbarkeit und Termin(ver)planung für das ganze Jahr im Voraus, einer Welt, in der es immer schneller höher und weiter gehen muss , das Maß aller Dinge Geld, Konsum und Macht sind und Gewalt, Terror und Kriege zu den täglichen Nachrichten gehören?

Pünktlich zum vierten Advent 2016 verkündeten die Medien Rekordumsätze  im deutschen Einzelhandel, untermauert durch  Bilder von Menschenmassen, vollgepackt mit Tüten in überfüllten Kaufhäusern. Nachrichten und Bilder von  Krieg, Terror, Zerstörung, Not und unendlichem Leid aus Syrien, vor allem für Kinder Frauen und alte Menschen folgten. Wem bei uns diese Bilder an diesem  vierten Advent zu grauenhaft waren, der konnte sein Fernsehgerät  mit einem „Klick“  ausschalten. Das Grauen in vielen Ländern der Welt aber ist nicht mit einem „Klick“ beendet.

Auch wenn Weihnachten von Besinnlichkeit, Frieden und Mitmenschlichkeit spricht, wissen wir doch alle, dass diese Welt, in der wir leben, alles andere als besinnlich, friedlich und mitmenschlich ist. In einer Welt, in der nationalistische Interessen wieder zur Bedrohung werden und in Gestalt  von Victor Orban, Recep Tayyip Erdoğan, Beata Szydło, Wladimir Putin, Donald Trump. Marine Le Pen und der AFD wieder ein Gesicht erhalten, ist deshalb das gemeinsame Eintreten für eine friedliche Lösung von Konflikten wichtiger denn je. Es spielt meines Erachtens keine Rolle, welcher Glaubensrichtung wir angehören, wir sollten uns an die eigentliche Botschaft von Weihnachten erinnern, an Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit und Frieden, und uns gemeinsam das ganze Jahr und nicht nur zu Weihnachten dafür stark machen. „Verstand dient der Wahrnehmung der eigenen Interessen. Vernunft ist Wahrnehmung des Gesamtinteresses“, betonte der ehemalige Bundespräsident Carl Friedrich von Weizäcker. Hören wir 2017 auf unsere Vernunft!

In diesem Sinne wünsche ich für das neue Jahr uns Allen ein friedvolles und erfolgreiches Jahr und  Ihnen persönlich Gesundheit, viel Glück und Erfolg.

Bildunterschrift:
Wittenburgs Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann: Das Grauen in der Welt ist nicht mit einem Klick beendet. Foto: Stadt Wittenburg
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