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Freitag, 4. August 2017

Die Masse ist doof

von Heiko Wruck
#GLOSSE
Die Zensurenskala für Schulnoten ist falsch. Sie entspricht einfach nicht der Maxime unserer Gesellschaft, Leistung so anzuerkennen, dass Schüler sofort erkennen, was sie geleistet haben. Die Eins, also den niedrigsten Wert, bekommen sie für die beste Leistung. Eine Sechs dagegen erhalten sie für die schlechtesten Ergebnisse.


Nun könnte man zwar sagen, je mehr Fehler, umso höher und damit umso schlechter die Benotung. Doch wenn man diese Zensurenskala ins praktische Leben überträgt, dann offenbart sich die Misere. Würde ein Supermarkt jede Note mit einem Euro Rabatt auf die Gesamtrechnung des Einkaufs belohnen, dann würde eine Eins eben nur einen Euro bringen. Wer will da nicht lieber sechs Euro Rabatt bei jedem Einkauf einfahren. Jedenfalls, wenn man Schüler ist. Der Supermarkt würde auf jeden Fall marktwirtschaftlich clever handeln, würde er beim heutigen Schulnotensystem die sechs Euro Rabatt für die miesesten Zeugnisse anbieten – plus Sitzenbleiberbonus.

Zwar gibt der Supermarkt kurzfristig mehr Geld aus, aber weil die Kleinen so von ihrer Faulheit profitieren, wird er langfristig mehr einnehmen. Wer sich weder anstrengen mag noch rechnen kann, kauft später mehr zu höheren Preisen. Mit Einserschülern funktioniert das nicht. Zu schlau. Aber die Masse ist doof, das muss man nur konsequent fördern.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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