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Donnerstag, 21. Dezember 2017

Wenn Seele zu Asche brennt

Neue DRK-Notfallbetreuergruppe in Schwerin
von Heiko Wruck
BERICHT
Schwerin/gc. Notfallbetreuer  treten auf, wenn der plötzliche Tod eines geliebten Menschen über die Hinterbliebenen hereinbricht: bei Unfällen, Katastrophen, Suiziden, Gewalt- und Tötungsdelikten. Sie sprechen als Erste eingehend und tiefgründig mit den Hinterbliebenen, spenden Trost, fangen sie auf, geben Orientierung. Eineinhalb Stunden, manchmal auch länger, bleiben sie bei den Traumatisierten. Nun gibt es eine neue Gruppe von Notfallbetreuern.


Sie gehört zum DRK Kreisverband Schwerin e.V. mit dem Geschäftsführer Jens Leupold. Die Gruppe besteht seit dem 1. November und wird ihre Arbeit am 1. Januar 2018 aufnehmen. Deren Leitung hat die Pampowerin Melitta Sahl, die im Oktober 2017 von einem anderen Träger zum DRK-Kreisverband Schwerin wechselte.

Die Koordination erfolgt über die Leitstelle 112 und den Kriminaldauerdienst. Zurzeit gehören zur neuen DRK-Notfallbetreuergruppe fünf ausgebildete ehrenamtliche Mitstreiter und zwei, die bereits für die Ausbildung angemeldet sind. 80 Ausbildungsstunden sind zu leisten, ehe neue Notfallbetreuer ihre ehrenamtliche Tätigkeit aufnehmen dürfen. Ein ständiger Bereitschaftsdienst stellt wochenweise die Dienste sicher.

Die Bereitschaftszeiten dauern von Montag 8 Uhr bis zum Montag der darauffolgenden Woche, ebenfalls 8 Uhr. Jedem Diensthabenden steht ein sogenannter Springer für zusätzliche Einsätze zur Verfügung. Bei größeren Ereignissen ist die Bereitschaft der gesamten Gruppe gefragt. Aber auch wenn man an einem Ereignistag gerade Dienst hat, kann man darum bitten, dass ein anderer den Einsatz übernimmt. Wichtig ist, dass man auch die Tagesform mitbringt. Sonst beschädigt man sich selbst, kann nicht helfen.

Wer sich ebenfalls für eine ehrenamtliche Tätigkeit als Notfallbetreuer in der Gruppe des DRK Kreisverbandes Schwerin e.V. interessiert, sollte mindestens 23 Jahre alt sein, über eine gute psychische und physische Stabilität sowie Belastbarkeit verfügen, die Bereitschaft haben, für andere da zu sein. Auch die Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung muss vorhanden sein.

Interessenten können sich an Melitta Sahl wenden, Tel.: 0174-91 0 55 27. Helfer brauchen Stärke. Menschen mit Helfersyndrom sind ungeeignet, weil man abschalten muss und nie selbst im Mittelpunkt steht.

Bildunterschrift:
Die neue Notfallbetreuergruppe des DRK Kreisverbandes Schwerin e.V. traf sich am Montag, 11. Dezember 2017, um gemeinsam den Start am 1. Januar 2018 vorzubereiten. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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