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Donnerstag, 20. Dezember 2018

Es bleibt Nutzvieh

von Heiko Wruck
KOLUMNE
Ende 2017 warteten allein in Deutschland 7.620 Menschen auf eine neue Niere. Auf eine neue Leber hofften 1.044 Patienten und auf ein neues Herz 703 Personen. Zumindest für die Herzpatienten gibt es einen schmalen Lichtstreif am dunklen Horizont. In 2018 gelang es Medizinern erstmals, Pavianen Schweineherzen einzupflanzen.


Mit Schweineherzklappen leben Menschen schon längere Zeit. Aber ganze Schweineherzen erfolgreich in Menschen einbauen zu können, wäre nochmals ein großer Schritt. Auch für die Schweinezüchter. Die wären dann zwar aus der moralischen Ecke raus, stecken dafür jedoch in der Ethikfalle. Ist es sittsam, Schweine trotzdem nicht in Massen zu halten, wenn man sie vollständig als Organspender nutzen könnte? Und was passiert nach der Organentnahme mit dem für Transplantationen nicht benötigtem Schweinefleisch? Wegwerfen? Verbrennen? Zu Schweinefutter verarbeiten? Ein Schweineherz hat in etwa dieselbe Größe wie ein menschliches Herz. Sollten pro Mensch drei Spenderschweine gehalten werden? Immerhin leben Schweine nicht solange.

In drei Jahren könnte der erste Mensch mit einem Schweine­herz leben. Spätestens ab diesem Zeitpunkt werden Landwirtschaftsministerien mit Gesundheitsministerien zusammengelegt werden müssen.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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