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Mittwoch, 3. Juni 2020

Digitalisierung sehr weit fortgeschritten

Im Amt Zarrentin laufen Arbeiten trotz Pandemie weiter
von Heiko Wruck
GESPRÄCH
Zarrentin/gc. Wie man am Schaalsee im Amt Zarrentin mit der Coronakrise in der täglichen Arbeit umgeht, erklärt die Leitende Verwaltungsbeamtin Jutta Piontek im Gespräch.

Findet die politische Willenbildung statt und wenn ja, wie?
Die Kommunalaufsicht des Landkreises hat empfohlen, dass es nur in wirklich dringlichen Fällen Sitzungen geben soll. Zum Beispiel für Haushaltsbeschlüsse. Solche Sitzungen waren jedoch bisher nicht notwendig in unserem Amts, weil sie bereits vor den Corona-Einschränkungen durchgeführt worden sind. Wir hatten aber natürlich im Vorwege bereits alle Weichen gestellt, um bei Bedarf im Umlaufverfahren handlungsfähig bleiben zu können. Doch auch ein Umlaufverfahren war bis heute nicht notwendig. Seit dem 27. April 2020 läuft im Amt wieder der Normalbetrieb, unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygienevorschriften.

Sind die Mitarbeiter der Amtsverwaltung in Kurzarbeit?
Nein, Kurzarbeit hat es bei uns nicht gegeben. Wegen Corona ist ja die Arbeit nicht weniger geworden. Auch die Urlaube wurden ohne Einschränkungen gewährt. Die Urlaubsvertretung musste gewährleistet werden, wie sonst auch. Das war’s auch schon.

Welche Arbeiten laufen trotz
Corona-Pandemie weiter, welche kommen hinzu?
Alle Arbeiten laufen uneingeschränkt weiter. Diese Arbeit sind ja keine kurzzeitigen Angelegenheiten, sondern länger dauernde Prozesse. Die können nicht einfach mit Stillstand belegt werden, ohne Schaden zu nehmen. Planungsprojekte, Bauvorhaben, Investitionen, aber auch Wohngeld, Standesamt, Gewerbeamt, Kasse, Kämmerei, Zahlungsabwicklung ... all das muss ja weiterlaufen. Hinzu kommt, dass das Ordnungsamt verstärkt die Einhaltung der Spielplatzsperren, die Ausstattung der Gemeindehäuser mit Desinfektionsmitteln oder die Einhaltung der Vorschriften in den Unternehmen kontrolliert. Aber da liegt unser Fokus auf Beratung und Gespräch, nicht auf Ahndung und Maßregelung. Die Bevölkerung und die Unternehmen haben immer noch ein sehr großes Verständnis für die Schutzmaßnahmen. Wir verwalten 38 Dörfer. Da ist der Informationsbedarf riesig.

Können Verwaltungsmitarbeiter im Homeoffice arbeiten?
Die Arbeit im Homeoffice haben wir innerhalb kürzester Zeit eingeführt. Etwa die Hälfte unserer Mitarbeiter arbeitet von daheim. Wer im Homeoffice arbeiten wollte, der konnte dies auch tun. Aber es gibt natürlich eine wöchentlich aktualisierte Präsenzplanung. Die Präsenzplanung ist so organisiert, dass sich die Mitarbeiter möglichst wenig direkt begegnen. Unser Amt ist schon sehr weit in der Digitalisierung. Sie wird auch ständig optimiert. In allen Gemeinden gibt es elektronische Sitzungsteams und in der Regel arbeiten wir nur elektronisch.

Läuft der Amtsbetrieb praktisch ohne Einschränkungen?
Ja, das ist so. Unsere Mitarbeiter leisten unter den Bedingungen der Corona-Pandemie eine wirklich sehr gute Arbeit. Unter ihnen sind viele junge Eltern, die ihre Kinder auch im Homeoffice um sich haben. Das bedeutet, neben der Arbeit und den sonstigen Erledigungen, die im Haushalt und in der Familie jeden Tag passieren, müssen die Kinder auch im Homeschooling betreut werden. Das alles hinzubekommen, ohne dass die Arbeit darunter leidet, ist schon eine wirklich großartige Leistung. Die Digitalisierung unserer Arbeit ist jetzt in den Mühen der Ebene angekommen. Und auch diese Herausforderungen werden wir meistern. Da bin ich mir ganz sicher.

Bildunterschrift:
Jutta Piontek: Persönliche Termine in der Amtsverwaltung Zarrentin gibt es nur nach vorheriger telefonischer Abstimmung und unter strikter Einhaltung der Hygienevorschriften. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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