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Samstag, 6. Juni 2020

Eine wohlhabende Kommune am Bettelstab

Neues Kommandofahrzeug für Feuerwehr Wittenburg
von Heiko Wruck
BERICHT
Wittenburg/gc. Am vergangenen Mittwoch, am 3. Juni, fand um 18 Uhr die Übergabe eines neuen Kommandofahrzeugs an die Freiwillige Feuerwehr Wittenburg statt. Die Übergabe erfolgte an der Sport- und Mehrzweckhalle in Wittenburg.

Ermöglicht wurde der Kauf des neuen Fahrzeuges durch eine Spende von Dr. Oetker Tiefkühlprodukte. Evonik Nutrition Care GmbH spendete die Funk- und Blaulichtanlage. In die weiteren notwendigen Umbaumaßnahmen investierte die Stadt Wittenburg. Die Freiwillige Feuerwehr Wittenburg hat aktuell 123 Mitglieder. Davon sind 10 Mitglieder in der Kinderabteilung. 13 Mitglieder sind in der Jugendabteilung organisiert. Der Hauptteil der Mitglieder stellt sich mit 83 Frauen und Männern den Herausforderungen des aktiven Dienstes. 17 Mitglieder arbeiten in der Ehrenabteilung der Wehr. In diesem Jahr wurden die Kameradinnen und Kameraden bereits zu 12 Brandeinsätzen und zu 20 Hilfeleistungseinsätzen gerufen.

Am vergangenen Mittwoch, 3. Juni, stand das neue Kommandofahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Wittenburg vor der Sport- und Mehrzweckhalle. Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann übergab an diesem Tag gemeinsam mit Dr. Detlef Förster, Betriebsleiter von Dr. Oetker Tiefkühlprodukte in Wittenburg, und  Ingmar Moß, Standortleiter von Evonik Nutrition Care GmbH, der Ortsfeuerwehr Wittenburg einen neuen Kommandofahrzeug.

Ermöglicht wurde der Kauf des leuchtend roten Fahrzeuges durch eine Spende von Dr. Oetker Tiefkühlprodukte. Evonik Nutrition Care GmbH spendete die Funk- und Blaulichtanlage. In Zeiten von Corona nahmen unter Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsabstände und der notwendigen Hygienemaßnahmen an der Übergabe neben den Sponsoren,  Amtswehrführer Axel Körner, Gemeindewehrführer Jörg Rausch und Ortswehrführer Sven Steinhauer sowie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wittenburg teil. 

„Ich bin den Sponsoren und der Stadt Wittenburg sehr dankbar für diese Unterstützung! Die Fahrzeuge für die Freiwilligen Feuerwehren in allen zur Stadt und zum Amt gehörenden Ortsfeuerwehren sind für mich eine Herzensangelegenheit. Die Freiwillige Feuerwehr Wittenburg brauchte dringend einen neuen Einsatzleitwagen. Unsere Kameradinnen und Kameraden sind Tag und Nacht einsatzbereit. Sie fahren bei Hitze ebenso hinaus, wie bei Sturm. Damit sie ihre Aufgaben schnell und effektiv erfüllen und den gewünschten Erfolg erzielen können, brauchen sie neben der richtigen Einsatzstruktur auch das entsprechende technische Equipment. Die Fahrzeuge bilden dabei die Grundlage“, so Gemeindewehrführer Jörg Rausch.

Die Wittenburger Wehr ist wegen der Nähe zur Autobahn A24, dem großen  Gewerbegebiet und der schnellen Erreichbarkeit von Landes- und Bundesstraße eine Feuerwehr mit Sonderaufgaben. Moderne Feuerwehrtechnik teuer. Konkret wird das mit dem neuen Kommandofahrzeug. Allein die Anschaffung, die Dr. Oetker sponserte, hat 30.000 Euro gekostet. Hinzu kommen rund 9.000 Euro für den Umbau des 8-Sitzers. Folierung, Funk- und Blaulichtanlage, Mobiliar und eine vernünftige Beleuchtung des Innenraums mussten nachgerüstet werden. Hierfür hat die Firma Evonik Nutrition Care GmbH 3.000 zur Verfügung gestellt. Die restlichen rund 6.000 Euro kamen aus der Stadtkasse Wittenburgs. 

Hier setzt die Kritik ein. Trotz dessen, dass die Stadt eine Kreisumlage von 1,3 Millionen Euro zahlen muss (!), kann sie das Fahrzeug nicht aus eigener Kraft stemmen. Also wenn das kein Armutszeugnis ist, was dann?

Stationiert ist das neue Fahrzeug bei der Ortsfeuerwehr Wittenburg. Dort wird es in der kommunalen Gefahrenabwehr bei der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung eingesetzt.

Bildunterschrift:
Mittwoch, 3. Juni 2020, in Wittenburg: Die Feuerwehr kann sich über ein neues Kommandofahrzeug freuen. Doch diese Freude ist nicht ungetrübt. Die Stadt Wittenburg zahlt eine Kreisumlage von 1, 3 Millionen Euro und hat trotzdem kein Geld, um ein sehr preisgünstiges Kommandofahrzeug für die Feuerwehr aus eigener Kraft zu stemmen. Für Erfüllung dieser Pflichtaufgabe muss die Stadt betteln gehen. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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