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Dienstag, 14. Juli 2020

Man sollte auf jeden Fall geimpft sein

THW bietet Helferperspektiven mit Teamgeist
von Heiko Wruck
INTERVIEW
Parchim/gc. Das Technische Hilfswerk (THW) gibt es seit 70 Jahren in der Bundesrepublik. Im Nordosten Deutschlands organisiert sich das THW im Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein. Von Schwerin aus werden die Ortsverbände Bad Doberan, Gadebusch, Güstrow, Rostock, Schwerin, Wismar, Ludwigslust und Parchim geführt. Der Ortsverband Parchim begeht in diesem Jahr sein 25. Jubiläum. Er wurde am 20. Mai 1995 gegründet. Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel Feuerwehren, versetzen sich die Zivil- und Katastrophenschutzhelfer des THW nicht selbstständig in ihre Einsätze. Sie werden angefordert von der Polizei, der Feuerwehr, vom Landkreis oder von der Bundesregierung. Deutschlandweit ist das THW mit 1.500 hauptberuflichen Mitarbeitern und mit 80.000 ehrenamtlichen Helfern aufgestellt. Auch den Bundesfreiwilligendienst kann man beim THW leisten.


Als Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes leistet das Technische Hilfswerk (THW) weltweit Hilfseinsätze in Katastrophengebieten. Dabei verfügt das THW in Deutschland über ein engmaschiges Netz von Regionalstellen und Ortsverbänden. Michael Teuber, Leiter der Regionalstelle Schwerin und des Ortsverbandes Parchim, erläutert im Gespräch, wie das Technische Hilfswerk (THW) funktioniert.


Den Ortsverband Parchim gibt es
jetzt seit 25 Jahren. Wie ist er aufgestellt?
In Parchim leisten 20 Ehrenamtliche beim THW ihren Dienst. Fünf davon sind Frauen. Es gibt einen Technischen Zug, bestehend aus einem Zugtrupp, einer Bergungsgruppe und der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung. Dazu gibt es den Stab des Ortsverbandes. Untergebracht ist das THW in Parchim in der Ziegendorfer Chaussee 89, auf dem Gelände der Firma Rumstich. An jedem ersten und dritten Samstag im Monat leisten die THW-Helfer ihren Regeldienst. Zu unterscheiden sind Ehrenamtliche und Bundesfreiwilligendienstleistende (BFD). Der Unterschied besteht darin, dass die Bundesfreiwilligendienstleistenden beim THW so was sind wie früher die Zivildienstleistenden oder heute junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. Die Ehrenamtlichen stellen aber das Gros der THW-Mannschaften. Wir suchen immer  beide Helfergruppen: sowohl Ehrenamtliche als auch Bundesfreiwilligendienstleistende.

Wo können sich Bewerber oder Interessenten melden?
Wer sich für ein Ehrenamt beim THW-Ortsverband Parchim interessiert, kann sich direkt an mich wenden: 0171 975 9485, ov-parchim@thw.de. Bundesfreiwilligendienstleistende können mich unter 0385 305 1960 in der Regionalstelle Schwerin erreichen. Bewerbungsfristen gibt es nicht. Wir sind jederzeit ansprechbar.

Mit welchem Zeitaufwand müssen THW-Helfer rechnen?
Außerhalb von Einsätzen sind es durchschnittlich vier Stunden pro Woche. Wir hatten im Jahr 2019 sechs Einsätze, unter anderem 2 Wochen technische Unterstützung mit Strom und Licht beim Großband auf dem Lübtheener ehemaligen Truppenübungsplatz. Aber da waren natürlich nicht alle Ehrenamtlichen zwei Wochen lang rund um die Uhr dabei. In diesem Jahr gab es keine solchen Einsätze, und coronabedingt fanden keine Trainings oder Ausbildungen statt. Wir haben zwei Transportaufgaben für das Land durchgeführt, unsere Technik gewartet und sind einsatzbereit.

Wer kann denn ehrenamtlicher THW-Helfer werden?
Im Prinzip jeder, der geistig und körperlich fit ist. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Ab 6 Jahren geht es los. Allerdings haben wir in Parchim derzeit keine Jugendgruppe, wollen diese aber wieder aufbauen. Unsere Helfer sind zwischen 19 und 60 Jahre alt.

Wie lange dauert die Ausbildung der Ehrenamtlichen?
Der Start erfolgt mit der THW-Grundausbildung. Die geht über 75 Stunden. Nach einem Jahr wird eine Prüfung abgelegt. Nach Grundausbildung folgen fachgruppenspezifische Ausbildungen, die ebenfalls ein Jahr oder länger dauern können. Bei uns lernt man immer wieder was Neues kennen.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet das THW?
Neben dem Erwerb von zahlreichen handwerklichen Zusatzqualifikationen, die man für die verschiedensten Berufe gebrauchen kann, ist es möglich, sich zum Truppführer, Gruppenführer, Zugführer, als Ausbilder oder auch für die Verwaltung zu qualifizieren. Und sogar als Koch für die Einsatzkräfte.

Welche Eignungsvoraussetzungen brauchen THW-Helfer?
Das sind die Eignungsuntersuchung für den Katastrophenschutzdienst (G26) sowie Impfungen gegen Tetanus, Diphterie sowie Hepatitis A und B. Aber den Gesundheitsschutz bezahlt das Technische Hilfswerk. Und ganz wichtig sind: Freude am Ehrenamt und der Wille, anderen zu helfen.

Bildunterschrift 1:
Der THW-Ortsverband Parchim begeht in diesem Jahr sein 25. Jubiläum. Elbe-Hochwasser, Versorgungsleistungen beim Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen und viele andere Herausforderungen hatte das THW auch in Mecklenburg-Vorpommern zu bewältigen. Wer sich ehrenamtlich oder im Bundesfreiwilligendienst engagieren möchte, ist beim THW immer willkommen. Foto: Heiko Wruck

Bildunterschrift 2:
Michael Teuber, Leiter der Regionalstelle Schwerin und Ortsbeauftragter für Parchim. Foto: Heiko Wruck

Bildunterschrift 3:
Das Einsatzgebiet des THW ist äußerst Vielfältig. Die THW-Helfer kommen bei Großschadenslagen, in Katastrophengebieten und bei Massenunfällen zum Einsatz und helfen auch im Ausland. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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