Suchen

Montag, 10. Juni 2024

Integration und Arbeitsschutz

Risiken und Möglichkeiten
... von Heiko Wruck
RATGEBER
Lassahn/gc. Ob Experte, Fachkraft oder Quereinsteiger – ausländische Mitarbeiter und Menschen mit Migrationshintergrund sind bereits heute für die deutsche Wirtschaft existenziell wichtig. Das stellt besondere Anforderungen an den Arbeitsschutz und an die Arbeitssicherheit.

Haben Ausländer ein höheres Risiko für Arbeitsunfälle?
Ausländische Arbeitnehmer haben grundsätzlich ein höheres Risiko, Arbeitsunfälle zu erleiden. Sprachbarrieren, kulturelle Zwänge, andere Überzeugungen,fehlende Kenntnisse der Vorschriften, unzureichende Erfahrungen mit Arbeitsmitteln und -geräten sowie mit Technologien oder mit Arbeitsverfahren beeinflussen die Häufigkeit von Arbeitsunfällen mit Zugewanderten. Alle diese Aspekte können unter dem Begriff Integration geführt werden. Je geringer der Integrationsgrad ist, umso größer ist das Unfallrisiko. Deswegen ist die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Beteiligung Zugewanderter immer auch ein Indiz für deren Integrationsgrad – in diesem Fall an der Arbeitsstätte oder im Unternehmen. Integration bedeutet in diesem Umfeld zu nächst, dass die Arbeitgeber gewährleisten, dass auch zugewanderte Mitarbeiter sachgemäß geschult werden. Dazu gehört auch die regelmäßige Unterweisung in die geltenden Sicherheitsvorschriften.

Welche konkreten Herausforderungen bestehen beim Arbeitsschutz für Ausländer?
Sprach- und Kulturbarrieren
Missverständnisse sind häufig bei der Kommunikation
von Sicherheitsanweisungen zu finden.

Unterschiedliche Bildungsniveaus
Bildung und Fähigkeiten sind unter den Menschen sehr
unterschiedlich verteilt. Das ist auch bei nicht-deutschen
Mitarbeitern so. Deswegen können sich Schulungen und
praktizierter Arbeitsschutz komplizierter gestalten, weil es
bei Zugewanderten andere Bildungserfahrungen geben
kann, die zu anderen Fähigkeiten führen.

Welche besonderen Belastungen nehmen
Migranten in deutschen Betrieben wahr?
Zu den besonderen Belastungen, denen Zuanderer in Deutschland ausgesetzt sein können, gehören unter anderem:

Diskriminierung und Vorurteile
Rassismus am Arbeitsplatz, Vorurteile und Diskriminierung
belasten die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden
von Zuwanderern.

Arbeitsbedingungen
Leider sind Zuwanderer häufig in schlecht bezahlten und in
prekären Jobs zu finden. Dies führt zu stärkeren Belastungen
und zu einem geringeren Wohlbefinden.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Familiäre Verpflichtungen können bei Zuwanderern komplett
anderes gestaltet sein als in der Mehrheitsgesellschaft üblich.
Hier können Arbeitszeiten und familiäre Zwänge schnell in
Widersprüche geraten. Um Konflikte aufzulösen oder sie zu
vermeiden, sollten zweckmäßige Vereinbarungen zur ausge-
wogenen Work-Life-Balance geschlossen werden.

Kann der Arbeitsschutz Integration leisten?
Der Arbeitsschutz kann grundsätzlich einen wichtigen Beitrag
zur Integration von Zuwanderern leisten. Das muss man wollen.
Durch diese Integration fühlen sich Zuwanderer willkommen
und geschätzt. Interkulturelle Kompetenzen und Diversität be-
reichern eine Gesellschaft und Unternehmen, die sonst der
Stagnation ausgesetzt wären. Gleichzeitig wird durch die ge-
zielte Integration auch das Zusammengehörigkeitsgefühl am
Arbeitsplatz gestärkt.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
______________________________________