Kein Befreiungsschlag
... von Heiko Wruck
KOLUMNE
Lassahn/gc. Würde Putin seinen Krieg zugunsten der Ukraine aufgeben, wäre das sein Ende. Deswegen ist damit also schon mal nicht zu rechnen. Doch auch für diesen alten Mann sind die Tage gezählt. Selbst wenn er 100 Jahre alt werden sollte.
Also bleibt die Frage: Wer oder was kommt nach Putin? Möglicherweise hat Zar Wladimir einen oder mehrere Wunschnachfolger. Wer auch immer das ist, garantiert eines: Russland bleibt autoritär. Aber dieser Figurenwechsel hat auch das Potenzial, dass die Ukraine ihren Frieden wiedererlangt, ohne Gebiete (inklusive Krim) an Russland abtreten zu müssen. Wenn der alte Verbrecher tot ist, können die neuen Herren sich zähneknirschend freundlicher zeigen.
Eine zweite Möglichkeit wäre, dass Sicherheitsdienste, Militär und Geheimdienste gemeinsam das Zepter übernehmen. Dann würde sich Russland noch weiter abschotten und isoliert werden. Die Folgen wären mehr Repression und ein noch stärkerer Nationalismus.
Fällt Putin ganz plötzlich aus, also unerwartet, könnten Machtkämpfe im Kreml und regionale Konflikte ausbrechen. Es könnte zu einer starken wirtschaftlichen Destabilisierung kommen, die eine Weiterführung des Ukrainekrieges erschweren oder gar unmöglich machen würde.
Ein demokratischer Umbruch und Neuanfang ist eher unwahrscheinlich.
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