Erziehung beginnt am daheim
... von Heiko Wruck
KOMMENTAR
Lassahn/gc. Natürlich kann man Kindern den Zutritt zu den sozialen Netzwerken verbieten. Sie werden sich nur nicht daran halten. Allein schon deswegen, weil man ihren Eltern erst einmal die Smartphones aus ihren toten, kalten Fingern reißen müsste.
Wen haben die „verantwortungsvollen und medienkompetenten“ Eltern in den vergangenen 19 Jahren (seit der Einführung des ersten Smartphones) nicht alles ins Kinderzimmer gelassen? Da gaben sich Pornosternchen, Kinderschänder, Faschisten und Baller-Roboter reihenweise die Klinke in die Hand. Und jetzt ein Verbot? Klar.
Ein Problem besteht darin, dass viele Erwachsene – selbst zumal Eltern oder Großeltern, Tanten, Onkel, Erzieher – süchtig sind. Sie sind als tägliche Vorbilder selbst fast ständig am bestellen, suchen, wischen und kommentieren oder spielen. Da wird schon mal von der Couch aus ein Clip, ein Foto oder eine Nachricht in die Küche oder ins Kinderzimmer geschickt.
Ist es nicht zwingend, sich sozial über die immer wieder und wieder neuen Medien zu vernetzen? Das gilt schließlich nicht nur für Erwachsene, die beruflich erfolgreich oder wenigstens wahrgenommen werden möchten. Bei Kindern ist das nicht anders, nur deutlich härter. Medienerziehung funktioniert nur glaubwürdig, wenn Erwachsene selbst reflektiert mit digitalen Medien umgehen.
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