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Montag, 20. August 2012

Rechtsmittel eingelegt

Hähnchenmastanlage in Wattmannshagen
Redaktion: BUND Mecklenburg-Vorpommern
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Pressemitteilung
Schwerin/gc. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat gegen die Genehmigung der industriellen Hähnchenintensivmastanlage Wattmannshagen bei Güstrow durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock (STALU) Widerspruch eingelegt.

In der Genehmigung sind Auflagen zum Schutz der Anwohner und der Natur sowie zum Brandschutz rechtswidrig unterlassen worden. Die Anlage für 200.000 Masthähnchen pro Durchgang soll in geringem Abstand zu Wohnbauten und einem Altenpflegeheim gebaut werden.

Die Wirkungen der Großanlage seien so gravierend, dass selbst im Genehmigungsbescheid mit Absterbeerscheinungen des nahen Waldgebietes gerechnet wird, teilte der BUND mit. Dennoch seien keinerlei Auflagen zur Minderung erteilt worden.
Auf weitere Biotope wie nahegelegene Seen seien die Wirkungen erst gar nicht untersucht worden. „Das ist rechtswidrig, genau wie das bislang fehlende Brandschutzkonzept und die fehlenden Untersuchungen zur Gesundheitsgefährdung für die Anwohner durch keimbelastete Feinstäube und Bioaerosole“, sagt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag zum Anlass des Widerspruches.

Ein Gutachten des BUND belege, dass die kritischen Werte für die Biotope teilweise um das dreifache überschritten werden. „Wir haben auch mehrfach vorgetragen, dass die Abluft von Anlagen mit diesen industriellen Größenordnungen für Menschen gesundheitsgefährdende Keime enthält. Dies ist inzwischen durch Gerichtsurteile belegt“, sagt Corinna Cwielag vom BUND. Der Genehmigungsbescheid vom 14. Mai 2012 bescheinigt dennoch: „... von der Anlage sowie ihren Nebeneinrichtungen gehen keine schädlichen Umwelteinwirkungen aus.“

Der Bau der Mastanlage verstößt nach Ansicht des BUND gegen zahlreiche weitere Rechtsvorschriften. So hätte nach der Raumordnungsverordnung ein Raumordnungsverfahren durchgeführt werden müssen. Das zuständige Amt hätte jedoch „keine Konflikte“ gesehen, obwohl die Anlage in einem Tourismusentwicklungsraum errichtet werden soll.

Die Großanlage Wattmannshagen ist eine von mehr als 38 neuen Intensivanlagen, die zusätzlich zu den bereits 382 bestehenden Intensiv-Geflügelanlagen in Mecklenburg-Vorpommern errichtet werden soll. Mehr als 70 Anlagenstandorte in Mecklenburg-Vorpommern mussten als Schadstoffquellen an das internationale Schadstoffregister gemeldet werden.

Kontakt:
Corinna Cwielag
BUND Mecklenburg-Vorpommern

BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
Wismarsche Straße 152
19053 Schwerin
Tel.: 0385-52 13 39 0
Fax:  0385-52 13 39 20
bund.mv@bund.net

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