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Dienstag, 25. Februar 2014

Ehrenamt – Gemeinsam statt einsam

Nur mit Handy, Brieftasche, Kalender
von Heiko Wruck
BERICHT
Schwerin/gc. Ulrich Haesener steht meistens gegen halb acht auf. Zum Morgenritual des 85-Jährigen gehören das Frühstück mit seiner Frau und die zirka halbstündige Zeitungslektüre. „Da schaue ich mir hauptsächlich nur die Überschriften an und lese die kurzen Artikel. Den Rest lese ich dann nachmittags und abends.“ Haeseners Vormittage sind straff organisiert.

Arztbesuche, häusliche Erledigungen und das Ehrenamt sind die Wegmarken, die die „Arbeitstage“ des Rentners in viele Termine zerlegen. Langeweile hat er nicht, und auch unter Vereinsamung hat Ulrich Haesener nicht zu leiden. „Manchmal ist das alles ein bisschen viel“, gibt er zu. Aber ohne kann er auch nicht.

Der umtriebige Senior ist 1. Kreisvorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Schwerin und – so wie seine 10 Vorstandskollegen – ebenfalls ehrenamtlich tätig. SoVD steht für Sozialverband Deutschland. Der Ehrenamtler und seine Mitstreiter haben viel auf dem Zettel: Rente, ALG, Hartz IV, Krankenversicherung  Sozialhilfe, Grundsicherungs im Alter, Erwerbsminderung, Berufskrankheit, medizinische und berufliche Rehabilitation, Behinderung,  Arbeits­unfall, Staatliche Entschädigungen, Pflege ... Dazu kommen bei Haesener Termine im Seniorenbeirat, im Altenparlament, im Behindertenbeirat, Wochensprechtage im SoVD, die koordinierenden Termine auf Regional- und Landesebene sowie im SoVD-Ortsvorstand Schwerin-Weststadt.

Ulrich Haesenes Kalender ist gut gefüllt. „Im SoVD kümmern wir uns um das soziale Miteinander“, erklärt der Ehrenamtler. Ein paar hundert Mitglieder hat der Kreisverband Schwerin. Auch Nicht-Mitglieder werden hier beraten. Aber der Altersdurchschnitt ist sehr hoch. „Das ist unser Manko. Wir müssen uns unbedingt verjüngen, mitgliedermäßig und auf seiten der Funktionsträger. Die Generation ab 50+ ist für uns sehr interessant. Sie können als einfache Mitglieder den SoVD kennen lernen und so die Basis stärken. Mit dem eigentlichen Renteneintritt übernehmen viele gerne auch eine Aufgabe, um nicht völlig ohne Beschäftigung in der Rente zu sein. Auch Arbeitslose, Erwerbsunfähigkeitsrentner, Hartz-IV-Bezieher und Frührenter sind für uns sehr wichtig. Sie sind sozusagen die nächste Generation. Ihr Fachwissen und ihre Lebenserfahrung werden immer noch dringend gebraucht,“ plädiert Ulrich Haesener für ein Ehrenamt im Sozialverband Deutschland.

Die Themen, die Ulrich Haesener und seine SoVD-Kollegen für die Allgemeinheit verhandeln, sind höchst verschieden. Sie wollen Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin altenfreundlicher und für Sehbehinderte sowie für Rollstuhlfahrer besser nutzbar machen. „Gemeinsam statt einsam“ ist das Motto, des SoVD. Dazu gehören verschiedene Feste, Treffs und Fahrten.

Den SoVD können Sie dienstags und donnerstags jeweils von 10 bis 12 in Schwerin, Dreescher Markt 2, besuchen – übers Telefon 0385-39 77 167 oder unter www.sovd-schwerin.de kontaktieren.

Bildunterschrift:
Der Ehrenamtler Ulrich Haesener hat auch mit 85 Jahren keine Langeweile. Im Gegenteil. Als Multifunktionär ist er Zuhörer, Berater und manchmal auch Hans Dampf in allen Gassen. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
heiko@wruck.org
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