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Montag, 19. Januar 2015

Die eigene Sicht

von Heiko Wruck
KOMMENTAR
Die absolute Ablehnung des öffentlichen Dialogs hat einen alten Kampfbegriff zu neuer Blüte geführt: »Lügenpresse« ist zur Parole und zum Unwort des Jahres 2014 »erhoben« worden. Journalisten, Werbetreibende, Medienbesitzer, aber auch Mediennutzer sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig.

Zwischen Mainstream, tendenzeller Berichterstattung, gekauftem Journalismus und Umsonstkultur bekommt die unabhängige Berichterstattung einen faden Beigeschmack. Da werden Internetbewertungen gekauft, gefakte Leserbriefe gestreut, Rankings für Marken manipuliert, Mainstreamthemen crowdfinanziert, missliebige Themen rausgehalten und Ereignisse herbeigeschrieben. Alle gieren nach der Sensation und dem Aufreger, kaum jemand will jedoch für Alltags-Journalismus einen Euro ausgeben. Schon gar nicht, wenn er nicht die eigene Sicht bedient. Kriegt man woanders umsonst. Interessiert mich nicht ...

Medien sind mehr als Verkündigungsplattformen. Sie sind Reibungsflächen, können Feind oder Freund sein. Wer die Lügenpresse im Munde führt erklärt undifferenziert alle Medien durch verbalen Totschlag zum Feind. Freunde sucht man sich sorgfältig aus. Warum nicht auch Journalisten oder Medien? Denn die haben eine Stimme und ein Gesicht.

Kontakt:
heiko.wruck@t-online.de
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