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Mittwoch, 18. März 2015

Luchs und Wolf gehören dazu

Jäger ohne Anspruch auf herrenloses Wild
Redaktion: Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V.
PRESSEMITTEILUNG
Halle (Saale)/gc. Mit einer Mischung aus Verwunderung und Entsetzen hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) den fortgesetzten Aufschrei aus Teilen der Jägerschaft aufgenommen, der verdeckt oder offen Maßnahmen gegen die fortschreitende Ansiedlung von Wolf und Luchs anmahnt. Dabei gehörte im Harz der Luchs bis zum Abschuss des offenkundig letzten Tieres am 17. März 1818 und in Deutschland bis zur vermutlich vollständigen Ausrottung im Ersten Weltkrieg zum ansässigen Tier.

Ähnlich erging es dem Wolf. In Folge intensiver Jagd war das Gebiet des Deutschen Bundes 1850 weitgehend wolfsfrei. Im Unterschied zum Luchs, gab es immer wieder Zuwanderungen aus dem Osten. Jedoch erlegte man sie immer wieder, was mit dem Beitritt der DDR zur BRD im Jahre 1990 und mit der damit verbundenen Unterschutz-stellung auch im Osten Deutschlands sein Ende finden sollte.

Beide Tiere, welche klar als Nahrungskonkurrenten gelten, nehmen so wieder den obersten Teil der Nahrungspyramide ein. Einen Platz, welchen „ersatzweise“ die Jägerschaft über Jahrzehnte für sich beanspruchte. Die Unruhe der Jägerschaft ist daher nicht nachvollziehbar. Noch dazu man immer wieder, gebetsmühlenartig, nie wissenschaftlich begründet von steigenden Beständen an Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild sprach bzw. spricht. Nach Auffassung des AHA hat diese jägerliche Unruhe eher damit zu tun, dass es um Verluste beim Gewinn bei der Vermarktung des Wildbrets geht.

Nur vergessen diese Jäger allzu schnell, dass Jäger keinen Anspruch auf das herrenlose Wild erheben können. Die schrittweise Wiedereinstellung einer naturnaheren bis natürlichen Nahrungs-pyramide entspricht eher dem Ansinnen eines nachhaltigen Naturschutzes, als eine „Regulierung“ von Wild in die ausschließliche Hand des Menschen zu legen bzw. zu belassen.

Für den AHA gehört es eher zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe arten- und struktur-reiche Natur- und Lebensräume zu erhalten und zu schützen sowie Raum zur sukzessiven Ausdehnung zu geben. Ferner gilt es Biotop- und Grünverbundräume zu schützen, zu erhalten, zu stabilisieren und räumlich auszuweiten. Dazu können die Randstreifen von bestehenden und wiederherzustellenden Wegen sowie nicht zuletzt mindestens 10 m breite Gewässerschonstreifen entlang von Fließgewässern aller Größen und Längen dienen. Nach Ansicht des AHA müssen ungehemmter Flächenfrass sowie ausgeräumte, mono-kulturell genutzte Agrarlandschaften schnellstmöglich der Vergangenheit angehören.

Daran mitzuwirken sollte Auftrag an die Bevölkerung sowie politische Gremien und Behörden sein. Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA bietet dahingehend Interessenten Raum im Rahmen von territorialen Regional- und Ortsgruppen bzw. thematischen Arbeits- und Interessengruppen – wie z.B. die Arbeitsgruppe Feldökologie mitzuwirken.

Aussender:
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Andreas Liste
Vorsitzender
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345-200 27 46
Fax: 01805-684 308 363
aha_halle@yahoo.de
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