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Mittwoch, 4. Januar 2017

Viele Schulanfänger brauchen eine Sprachtherapie

Neuer Heilmittelreport der AOK
Redaktion: AOK Nordost 
PRESSEMITTEILUNG
Schwerin/gc. Der Schulstart bedeutet für viele Kinder mittlerweile nicht mehr nur lesen, rechnen und schreiben zu lernen, sondern auch das richtige Sprechen. Allein in Mecklenburg Vorpommern erhaben im vergangenen Jahr 23,1 Prozent der Kinder bei Schulbeginn eine Sprachtherapie erhalten. Das zeigt der neue Heilmittelreport 2016 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
 
Insgesamt werden Sprachtherapien für Kinder überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig bei den sechsjährigen Kindern. Dabei gibt es landesweit betrachtet spürbare Unterschiede in den Regionen. Den niedrigsten Wert bei sechsjährigen Kindern mit Sprachtherapie verzeichnet die Stadt Neubrandenburg mit einem Anteil von 14,9 Prozent (landesweit 23,1 Prozent). Die meisten Sprachtherapien erhalten dagegen die Schulanfänger aus der Region Güstrow mit einem Anteil von 31 Prozent.

„Bereits die zweite AOK-Familienstudie aus dem Jahr 2010 hat gezeigt, dass Eltern in der heutigen Zeit zahlreichen Belastungen unterliegen beispielsweise durch die Doppelbelastung von Familie und Beruf. Da bleibt häufig wenig Zeit für die Entwicklung der Kinder. Darüber hinaus  beeinflusst auch die Allgegenwärtigkeit elektronischer Medien immer früher die kindliche Entwicklung“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost. „Die Ergebnisse des vorliegenden Heilmittelreports unterstreichen das noch einmal und zeigen, dass ein großer Teil der Kinder offensichtlich Expertenhilfe benötigt, um die anstehenden schulischen Herausforderungen meistern zu können. Auch wenn Sprachtherapien bei der Kindesentwicklung helfen können – mindestens genauso wichtig sind Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus.“

Jungen brauchen öfter Sprachhilfe
Auffällig ist, dass vor allem Jungen therapeutisch bei ihrer altersgerechten Sprech- und Sprachentwicklung unterstützt werden. Während bundesweit 23,7 Prozent der sechsjährigen Jungen rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie erhalten, liegt dieser Anteil in Mecklenburg-Vorpommern bereits bei 27,1 Prozent. Aber auch gleichaltrige Mädchen brauchen sprachtherapeutische Hilfe. Bundesweit liegt der Anteil immerhin noch bei 16,2 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern bei 19,8 Prozent. Insgesamt hat damit fast jeder dritte sechsjährige Junge und fast jedes fünfte Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern eine Sprachunterstützung erhalten.

Aussender:
AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecherin
Gabriele Rähse
Tel.:  0800 265080 22202
Fax:  0800 265080 2926
presse@nordost.aok.de
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