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Samstag, 18. November 2017

Imperiales Leben

von Heiko Wruck
KOMMENTAR
Deutschland ist eine Insel der Glückseligen. Das kleine Eiland liegt in einem tosenden Ozean. Bis 2050, so prognostizieren Fachleute, wird es weltweit rund 200 Millionen Klimaflüchtlinge geben: Hunger, Dürre und Hitzewellen, Starkregen und Überschwemmungen, Stürme, Armut, Gewalt, Krieg  und Landverlust – die Destabilisierungen der regionalen Lebensverhältnisse werden die Triebfedern der Fluchtbewegungen sein.


Noch scheint dies alles von Deutschland weit entfernt zu sein. Doch tief in seinem Innern weiß jeder mit etwas Vernunft, dass sich diese Entwicklungen buchstäblich bis vor die eigene Haustür Bahn brechen – sei es über die Flucht in sichere Gebiete oder mit extremen Wetterereignissen hierzulande. Vermutlich greift beides.

Das deutsche Erwerbsleben beruht auf einer Hypermobilität. Wer exportieren will ist ebenso auf sie angewiesen wie jener, der sich als vollverdienender Tagespendler keinen innerstädtischen Wohnraum leisten kann oder will und deswegen mit dem Pkw, nicht selten ein SUV, den Arbeits- und Heimweg bewältigt. 100 Kilometer gelten als normal.

Bei „deutschen“ Hitzewellen sterben schon jetzt mehr Ältere. Wie gehen wir mit der Erderwärmung um? Wir bauen Europa zur Festung aus, impfen gegen Tropenkrankheiten und kaufen mehr Sonnencreme. Mit Klimaanlagen kühlen wir Büros, die Stores und Wohnungen – und heizen mit unserem Stromverbrauch die Erde immer weiter auf.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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