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Sonntag, 31. Dezember 2017

Konsolidierung und Investition

Landkreis Ludwigslust-Parchim 2017 und 2018
von Heiko Wruck
GESPRÄCH
Ludwigslust/gc. Einen Rückblick auf 2017 und einen Ausblick auf 2018 gibt der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen, im Gespräch.

Sozialwohnungen sind in den großen Städten Mangelware. Wie sieht das im Kreis aus?
Den Wohnungsbau verantworten die Städte und Gemeinden. Sie stehen unter Druck, immer neue Wohnbebauungsflächen ausweisen zu müssen, weil die Lückenbebauung oft fast ausgeschöpft ist. Bauland weisen die Städte und Gemeinden für ihren Eigenbedarf aus. Hier ist die Grenze auf 3 Prozent Maximum festgelegt. Aber das wird sich ändern.
Die Wohnattraktivität hängt auch von der Alterstauglichkeit der Orte ab.
... und wir tun einiges für mehr Lebensqualität im ländlichen Raum. Zwei Beispiele dafür sind das im Aufbau befindliche Rufbussystem und das Pflegelotsen-Projekt. Kreisweit sind zurzeit 50 ehrenamtliche Pflegelotsen im Einsatz, sie leisten eine wichtige Arbeit. Das Land hat sich zwar 2017 aus der Projektfinanzierung zurückgezogen. Aber der Landkreis wird das ab 2018 allein bewältigen. Für die Pflegelotsen selbst wird sich gar nicht so viel ändern. Sie können sich wie gewohnt zum Erfahrungsaustausch in Lübz und Ludwigslust treffen, werden aber künftig von einer hauptamtlichen Koordinierungsstelle in der Kreisverwaltung unterstützt und sind besser an die beiden Pflegestützpunkte im Landkreis angebunden. Das zweite Beispiel betrifft unser Rufbussystem. Seit 10. Dezember sind auch Boizenburg, Zarrentin, Wittenburg, Hagenow, Dömitz, Ludwigslust und Neustadt-Glewe Zielorte, die von jeder Haltestelle im Umland zumeist im Zwei-Stunden-Takt an 365 Tagen im Jahr erreicht werden können. Bereits Ende 2016 wurde der Rufbus in sechs Rufbuszonen zwischen Parchim und Plau am See getestet. In den vergangenen zwölf Monaten gingen in der VLP-Rufbuszentrale mehr als 5200 Bestellungen ein und es wurden in rund 3150 Fahrten mehr als 5700 Fahrgäste befördert. Gerade in ländlich geprägten Regionen ist das Thema Mobilität hochaktuell. Mit dem Rufbussystem und später sogar einheitlichen Tarifen, über Landkreisgrenzen hinweg, sind wir für die Zukunft gut aufgestellt.
Wie sehen Bilanz und Ausblick in Sachen Kreishaushalt aus?
Der Landkreis beendet das Jahr 2017 mit einem ausgeglichenen Ergebnishaushalt. Am 12. Dezember hat der Kreistag mit gerade einmal vier Gegenstimmen den Haushalt für 2018 beschlossen. Der hat Gesamtvolumen von 348 Millionen Euro. Erstmals seit der Kreisgebietsreform von 2011 besteht ein Gestaltungsspielraum für Schwerpunkte, ohne die Konsolidierung zu verlassen und ohne die Gemeinden zusätzlich zu belasten. Ende 2018 sollen auch die letzten Fehlbeträge aus der Kreisfusion 2011 ausgeglichen sowie alle Dispo-Kredite getilgt sein.
Wie sieht es mit der oft kritisierten Kreisumlage aus?
2017 wurde die Kreisumlage bereits um 1,6 Prozent abgesenkt. Im neuen Haushalt, zum zweiten Mal seit der Kreisgebietsreform, ist eine erneute Senkung um 2 Prozent auf 40,8 Prozent möglich. Trotzdem werden zusätzliche Investitionen in Straßen, Schulen, den ÖPNV, für die Jugend- und Schulsozialarbeit, für die Unterstützung des Jungen Staatstheaters Parchim, die Pflegelotsen, für das Projekt »Demenzhelfer« und vieles mehr möglich.
Wie sieht‘s bis 2019 aus?
Am 1. Januar 2019 wird die Gelbe Tonne die Gelben Säcke ablösen. Und wir treiben den Breitbandausbau massiv voran. 2018 werden die ersten der Fördergebiete schnelles Internet erhalten. Ich sehe darin eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen für unseren Landkreis, die uns auch 2019 intensiv beschäftigen wird. Heiko Wruck

Bildunterschrift:
Landrat Rolf Christiansen: 2018 werden für die laufende Unterhaltung der Kreisstraßen 2,690 Millionen Euro eingesetzt. Bis 2014 stand weniger als die Hälfte dafür zur Verfügung. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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