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Montag, 12. März 2018

Das beunruhigt

von Heiko Wruck
KOLUMNE
In den Hinterhöfen Europas und der USA sollen die Löhne steigen.  Ein Arbeiter bekommt an einem Fließband in Mexiko circa 2 US-Doller pro Stunde. Sein Kollege in den USA erhält rund 20 Dollar. Die Hinterhöfe der EU sind Polen, Ungarn, Tschechien,  Slowakai, Bulgarien und Rumänien.


Nach Angaben von Eurostat beliefen sich 2016 die Arbeitskosten pro Stunde in Euro in Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten auf 39,20 in Belgien. Deutschland erreichte 33,00 Euro. Polen, Ungarn und Rumänien lagen unter 9 Euro. Schlusslicht war Bulgarien: 4,40 Euro.

Die Unternehmen in den USA sicherten sich über das Nafta-Abkommen und in der EU über die Osterweiterung ihre Billigjobs. Doch die politisch organisierte Lohnkonkurrenz soll nun entschärft werden. Vom neuen Nafta profitiert Mexiko nur, wenn es die Löhne erhöht. Frankreich hat eine neue EU-Entsenderichtlinie vorgelegt, die statt des Mindestlohns den Tariflohn am Arbeitsort gewährt.

In den Hinterhöfen der USA und der EU haben Unternehmen jedoch nur einen Standortvorteil: Billiglöhne. Wenn die steigen, verlieren die de-facto-Kolonien die relative Armut ihrer Bevölkerungen und damit ihren Wettberwerbsvorteil. Steigt eine Seite, fällt die andere. Aber von einer Sozialunion will man weder in den USA noch in der EU etwas wissen. Noch nicht.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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