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Mittwoch, 14. März 2018

Hummer satt

von Heiko Wruck
GLOSSE
Was richtig ist, das muss auch richtig bleiben. Jens Georg Spahn, immerhin ein gestandener CDU-Politiker mit echt ordentlichem Einkommen,  weil er so viel leistet, hat es ohne Scheu ganz offen ausgesprochen: Hartz IV sei keine Armut, sondern die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut. Mit Hartz IV habe jeder, was er zum Leben braucht. Und das kann man auch beweisen.

Jeder kann sich ja einfach mal einen Hartz-IV-Regelsatz aus dem Portemonnaie nehmen und diesen Betrag komplett für ein Fünf-Gänge-Menü in einem Edel-Gourmet-Restaurant ausgeben. Jede Wette, das Geld reicht dafür völlig aus und man wird auch richtig satt. Aber wer satt ist, der kann eben auch gar nicht arm sein. Dermaßen gesättigt geht man anschließend noch zur Tafel und versorgt sich dort über das normale Maß hinaus mit allerlei Leckereien, die man nicht jeden Tag im Kühlschrank hat.

An dieser Stelle muss unbedingt eines klargestellt werden: Wenn Männer wie Jens Georg Spahn, der sich jeden Cent seines sehr hart erarbeiteten Wohlstandes über Wochen vom Munde abgespart hat, dem Pöbel den gut gemeinten Rat geben, nicht in allem gleich eine Armut erkennen zu müssen, dann sollte man das auch ernst nehmen.

So viel Hummer, wie man von einem Hartz-IV-Regelsatz kaufen kann, kann einer allein gar nicht fressen.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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