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Dienstag, 1. Januar 2019

Harte Männer

von Heiko Wruck
KOMMENTAR
Es gab eine Zeit, da wurde das Mann­sein noch daran gemessen  wie viel ein echter Mann trinken und essen konnte, wie seine Standfestigkeit ausgeprägt war und über welche Körperkraft er verfügte. Mehr brauchte es nicht.


Richtige Männer fürchteten höchstens Pest, Tod und Teufel – und ihr Weib. Entsprechend sahen auch ihre Herausforderungen aus und damit die Erwartungen an sie. Gefährliche Raubtiere erlegten echte Männer mit dem Schwert, mit dem Spieß oder gleich mit bloßen Händen. Der Krieg war noch eine echte Bewährungsprobe und ein ordentliches Abenteuer, das den Mann disziplinierte und reifen ließ. Nur die Loser blieben hochverehrt im Feld. Doch plötzlich reichte all das nicht mehr.

Die  Männer mussten nun das Tanzen erlernen. Und damit begann ihr Abstieg. Plötzlich hatten sie keine Angst mehr vor Pest, Tod und Teufel – und vor ihren Weibern. Nun fürchten sie sich vor anderen Meinungen, fremden Menschen und kritischen Journalisten sowie vor der Homosexualität (außer vor weiblicher, die finden sie immer noch geil). Auch der Feminismus, überhaupt Gendern, Gleichberechtigung, die Freiheit der anderen, die Auflösung der Geschlechterrollen oder den Statusverlust fürchten echte Männer heute. Harte Männer sind sie längst nicht mehr.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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