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Freitag, 8. März 2019

Wachsender Antifeminismus

Zum Internationalen Frauentag
Redaktion: Amadeu Antonio Stiftung 
PRESSEMITTEILUNG
Berlin/gc. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2019 warnt die Amadeu Antonio Stiftung vor einem wachsenden Antifeminismus. Frauen, die sich gesellschaftlich und in der Politik engagieren, sind zunehmend offenen Anfeindungen ausgesetzt. Angriffe auf geschlechtliche Vielfalt und Gleichstellungspolitiken gehören mittlerweile fest zur Agenda von Rechtspopulisten.


Antifeminismus reiht sich ein in die rechtspopulistische Strategie, Standards der offenen Gesellschaft anzugreifen und bereits erreichte Grundsätze neu zu verhandeln. Wer die Gleichwertigkeit der Geschlechter ablehnt, stellt damit auch den Grundsatz der Gleichwertigkeit aller Menschen in Frage.

Rechtspopulistische und rechtsextreme Bewegungen nutzen dabei aus, dass Antifeminismus im Vergleich zu Rassismus oder Antisemitismus weniger stark als menschenfeindlich und demokratiegefährdend erkannt und gewertet wird. Das zeigt sich auch daran, dass frauenfeindliche Äußerungen zunehmend salonfähig werden.

„In Sozialen Netzwerken bekommen nicht nur engagierte Feministinnen den Hass besonders zu spüren. Frauen werden beleidigt, bedroht und sollen mundtot gemacht werden. Gleichzeitig werden ihre Hinweise auf Sexismus und Abwertung als kleinkariert lächerlich gemacht“, erklärt Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

In Fragen der Gleichstellung wenden Rechtspopulisten doppelte Standards an: Als vermeintliche Beschützer der Frauen beklagen sie einerseits einen Mangel an Selbstberechtigung in der Migrationsgesellschaft und machen eingewanderte junge Männer als alleinige Täter sexualisierter Gewalt aus. Andererseits diffamieren sie sämtliches Engagement für eine geschlechtergerechtere Gesellschaft als ‚Genderwahn‘ und machen engagierte Frauen verächtlich. In diesen Doppelstandards zeigt sich sowohl eine rassistische als auch eine sexistische Haltung.

„Wenn die Gesellschaft frauenfeindliche Angriffe duldet, weicht sie hinter bereits erreichte demokratische Standards zurück. Wer Frauen abwertet, wertet auch andere ab. Antifeminismus will in letzter Konsequenz das Grundgesetz aushebeln“, führt Kahane aus.

Der Antifeminismus ist mit der AfD auch in den Parlamenten angekommen. Auf lokaler Ebene sind hiervon besonders die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten betroffen. Sie berichten von konkreten Anfeindungen und Angriffen und einem konstanten Druck, die eigene Arbeit rechtfertigen zu müssen. Die Amadeu Antonio Stiftung hat ihre Berichte in einer Handreichung dokumentiert. Die Publikation „Antifeminismus als Demokratiegefährdung?! Gleichstellung in Zeiten von Rechtspopulismus“ wurde für die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen erarbeitet und zeigt Gegenstrategien auf.

Zur Handreichung „Antifeminismus als Demokratiegefährdung?! Gleichstellung in Zeiten von Rechtspopulismus“:

Über die Amadeu Antonio Stiftung:
Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Die gemeinnützige Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse.

Aussender:
Amadeu Antonio Stiftung 
Robert Lüdecke
Novalisstraße 12
10115 Berlin
Tel.: 030-24 0 88 6 16
Tel.: 030-24 0 88 6 10
Fax: 030-24 0 88 6 22 
robert.luedecke@amadeu-antonio-stiftung.de
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