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Mittwoch, 20. Mai 2020

Besuche nur mit einer Terminvergabe

Im Amt läuft auch in Pandemie fast alles normal
von Heiko Wruck
GESPRÄCH
Lübz/gc. Gerd Holger Golisz, Amtsleiter Zentrale Dienste im Amt Eldenburg Lübz, erläutert im Gespräch, wie der Alltag mit Corona im Amt gemeistert wird.


Wie findet gegenwärtig die politische Willensbildung statt?
In den letzten Wochen waren Sitzungen kommunaler Vertretungen auf das absolut notwendige, unaufschiebbare Maß beschränkt. Bestand kein dringender Bedarf, wurden Sitzungen verschoben. Anfang Mai wurde diese Regelung aufgehoben. Abstands- und Hygienemaßnahmen sind weiterhin einzuhalten. So wird der  Amtsausschuss, dessen nächste Sitzung zuerst im Versammlungsraum des Amtes geplant war, jetzt in der Turnhalle der Grundschule Lübz tagen. Dort wird es unter anderem um die Beschlussfassung zum Haushalt, die Jugendarbeit als Modellprojekt und um einen Erbbaurechtsvertrag für die Fläche des Aussichtsturms Ruhner Berge gehen. Letzteres ist wichtig für die Inanspruchnahme von Fördermitteln.

Sind die Mitarbeiter der Amtsverwaltung in Kurzarbeit?
Nein, wir haben niemanden in Kurzarbeit geschickt. Auch der Urlaub wurde wie geplant uneingeschränkt gewährt.

Was läuft trotz Coronakrise weiter, was kommt hinzu?
Durch unsere Verwaltung werden alle anstehenden Aufgaben abgesichert. Dabei sind direkte Kontakte soweit möglich zu reduzieren und alle anderen Schutzmaßnahmen einzuhalten. Einfache Anfragen können telefonisch oder per E-Mail gestellt werden. Es gab Fälle, da waren manchmal Ansprechpartner telefonisch nicht sofort zu erreichen. Das lag am erhöhten Telefonaufkommen und den vorhandenen personelle Kapazitäten. Persönliche Sprechzeiten werden weiterhin nur nach vorheriger Terminanmeldung vergeben. Publikumsverkehr findet ebenfalls ausschließlich nach vorheriger Terminvergabe und unter Maskenpflicht statt. Unsere Besucher werden gebeten, eine eigenen Nasen- Mundschutz mitzubringen. Der aktuellen Situation geschuldet kann es im Einzelfall zu Verzögerungen kommen. Zum Aspekt Mehrarbeit: Alle Aufgaben laufen normal weiter. Hinzu kommt, durch das Land wurde den Kommunalverwaltungen zusätzliche insbesondere ordnungsbehördliche Aufgaben übertragen. Kontrollen und Beratungen werden zur Eingrenzung der Infektionsgefahr sehr ernst genommen. Damit sind vorrangig die Ordnungsämter befasst. Geplante Einwohnerversammlungen, wie z. B. zum weiteren Ausbau der Internetversorgung, sind zurzeit nicht möglich. Diese werden nachgeholt. Ebenso wird es Zeitverzögerungen bei der Einführung neuer Projekte, wie z. B. dem elektronischen Dokumentenmanagement  geben.

Können Verwaltungsmitarbeiter im Homeoffice arbeiten?
Aus technischen Gründen wurde bislang kein Homeoffice praktiziert. Um die Infektionsgefahr zu minimieren, arbeiteten die Mitarbeiter in einem Zwei-Schichtsystem. Seit Anfang Mai gelten aber wieder die regulären Arbeitszeiten. Insoweit war und ist unsere Verwaltung für die Bürger erreichbar.

Wie unterstützt das Amt Bürger und Unternehmen?
Wichtig ist, auch weiterhin geplante Aufträge vor Ort an regionale Unternehmen zu vergeben.  Zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie besteht z. B. die Möglichkeit der zinslose Stundung bei der Gewerbesteuer. Allerdings sind pauschale Regelungen nicht zulässig. Es bedarf grundsätzlich einer Prüfung und Entscheidung im konkreten Einzelfall. Die Möglichkeit von Stundungen wurde bereits durch einige Unternehmen beantragt.

Bildunterschrift:
Gerd Holger Golisz: Der Breitbandausbau in den Amtsgemeinden ist zum größten Teil im 1. Call. Vier Gemeinden liegen im 2. Call. Bestimmte Bereiche sind nur bis zum Verteiler mit Glasfaser versorgt. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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