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Sonntag, 21. Januar 2018

Grün und satt

von Heiko Wruck
KOMMENTAR
In Malaysia sind Mitte Januar 2018 rund 2000 Landwirte auf die Straße gegangen. Vor dem Büro der Europäischen Union in Kuala Lumpur protestierten die wütenden Bauern gegen den EU-Beschluss vom Mittwoch, 17. Januar 2018, Palmöl ab 2021 nicht mehr als Grundlage für Biokraftstoffe zu­zulassen.


Palmöl findet sich auch in Futter-, Nahrungs-, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie in Kosmetika. Vom Palmöl leben in Malaysia circa 650.000 Kleinbauern und ihre Familien. Sie liefern etwa 90 Prozent der Weltproduktion. Bevor Palmöl in Malaysia zum Wirtschaftszweig wurde gab es in den Dörfern weder Straßen noch Strom. Die Bauern hatten kein Einkommen und konnten ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Es grassierten Krankenheiten und Elend. Der EU-Beschluss mache Palmölbauern zu Opfern einer ungerechten Umweltpolitik.

Eine Tatsache ist unbestritten der schlechte Einfluss des Palmöls, wegen der Brandrodung und Abholzung von Wäldern, auf die Öko-Bilanz des Biodiesels. Ebenfalls Tatsache ist , dass Palmöl in Malaysia ein starkes Instrument der Armutsbekämpfung ist. Tatsache ist zudem, dass in Argentinien 120 Quadratkilometer Wald für Biodiesel abgeholzt wurden, um Soja anzubauen – nicht nur dort.

Den Palmölbauern den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist typisch für Europas satte grüne Ideologie.

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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