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Mittwoch, 13. März 2019

Opfer rechtsextremer Gewalt

Zahl ist größer als angenommen
Redaktion: Ruhr-Universität Bochum
PRESSEMITTEILUNG
Bochum/gc. Seit dem Frühjahr 2015 ist in Deutschland eine Zunahme rechtsextrem motivierter Gewalttaten zu beobachten. Dies geht einher mit einem gesellschaftlichen Rechtsruck, der sich auch im Erstarken rechtspopulistischer Parteien und neurechter Gruppen wiederspiegelt.


Kriminologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) wollen das Thema genauer untersuchen und haben zu diesem Zweck eine Nachwuchsforschergruppe gegründet. Sie trägt den Titel „Rechtsextreme Gewaltdelinquenz und Praxis der Strafverfolgung“ und wird über einen Zeitraum von drei Jahren mit etwa 180.000 Euro von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.

So ist es möglich, drei Doktorarbeiten zu finanzieren. Sie sollen Antworten auf die Fragen liefern, wie und warum sich der Bereich rechter Gewalt wandelt. Außerdem soll empirisch untersucht werden, wie die Praxis der Strafverfolgungsbehörden bei rechtsextrem motivierten Straftaten aussieht.

Letzteres ist unter anderem deshalb interessant, weil ein Langzeitrechercheprojekt von Tagesspiegel und Zeit Online herausgefunden hat, dass in den zurückliegenden Jahrzehnten in Deutschland weit mehr als hundert Menschen durch rechtsextrem oder rassistisch motivierte Straftaten ums Leben gekommen sind. In den polizeilichen Statistiken ist jedoch nur ein Teil dieser Fälle als politisch motiviert eingestuft worden.
Auftaktveranstaltung im Blue Square

Zum Start der neuen Forschungsgruppe diskutierten Kriminologen, Politikwissenschaftler und Soziologen am Montag, 11. März 2019, 18 Uhr, im Blue Square (Kortumstraße 90, 44787 Bochum) darüber, wie verzerrt die öffentliche Wahrnehmung über die Zahl von Todesopfern rechter Gewalt ist.

Auf der Veranstaltung berichteten Forscher aus Brandenburg und Berlin über ihre Arbeit in dem Bereich. Darüber hinaus soll ein Blick auf einschlägige Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen geworfen werden.

Auf dem Podium sitzen:
● Dr. Michael Kohlstruck, Politikwissenschaftler an der
   Technischen Universität Berlin
● Prof. Dr. Christoph Kopke, Politikwissenschaftler an der
   Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
● Hendrik Puls, Soziologe und Mitglied der Nachwuchsforschungsgruppe
● Ceren Türkmen, Soziologin an der Universität Gießen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Tobias Singelnstein
Lehrstuhl für Kriminologie
Juristische Fakultät
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 25245
Tobias.Singelnstein@rub.de

Aussender:
Ruhr-Universität Bochum
Dezernat Hochschulkommunikation
Universitätsstraße 150
44780 Bochum

Postfach 10 21 48
44780 Bochum

info@ruhr-uni-bochum.de 

Dr. Barbara Kruse
Dezernentin Hochschulkommunikation
Telefon: 0234-32 22 1 33
Fax: 0234-32 14 13 6
barbara.kruse@presse.ruhr-uni-bochum.de

Meike Drießen
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Jens Wylkop M.A.
Pressereferent
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