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Samstag, 24. August 2019

Wir wollen Antworten, jetzt!

Kommunal- und Landespolitiker zum Gespräch geladen
von Heiko Wruck
BERICHT
Neu Zachun/gc. In Hoort und dem Ortsteil Neu Zachun, im Amt Hagenow Land,  ist die Verärgerung einiger Bürger groß. Auf der einen Seite des Ortes entsteht ein Windpark mit vorerst 16 und später 40 Anlagen. Auf der anderen Seite soll eine Junghennenaufzuchtanlage mit jährlich über 250.000 Tieren entstehen. Der wenige Kilometer entfernte Salzstock bei Kraak rückt in den Fokus der Suche nach einem Atommüllendlager.

„Da gibt es viele Fragen, die die Bürgerinitiative Hoort-macht-mobil e.V. beantwortet haben möchte“, sagt Vorstand Matthias Fenner. Es hat bereits mehrere Versuche gegeben, ausführliche Antworten einzuholen. „Aber wir wurden nur abgespeist. Landrat Stefan Sternberg hat einen öffentlichen Gesprächstermin zur Junghennenaufzuchtanlage platzen lassen. Es gab für ihn Wichtigeres. Hoorts Bürgermeisterin Iris Feldmann verweigert dazu jede Auskunft. Der damalige Gemeinderat verwahrte sich gegen die Frage, ob es jemanden gebe, der einen persönlichen Vorteil von der Unterstützung dieses Vorhabens hat. Dietrich Groth, Vorsitzender des Bauernverbandes Ludwigslust e.V., der immer gerne öffentlich beklagt, dass die Landwirte mit Imageproblemen zu kämpfen haben, versteckt sich hinter der Gemeinderatsentscheidung. Dabei profitiert gerade er von dieser davon. Denn sein Unternehmen soll den Hühnerkot abtransprotieren und hat die Fläche für die Junghennenaufzuchtanlage an den Investor verkauft. Die SPD-Landtagsabgeordnete Elisabeth Aßmann, Vorsitzende des Agrarausschusses hatte zugesagt, Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zu informieren. Doch der Minister hüllt sich einfach in Schweigen, und die SPD-Frau hat sich auch nicht mehr blicken lassen“, zeigt sich Matthias Fenner enttäuscht.

Circa 250 Unterschriften gegen die Junghennenaufzuchtanlage hat die Bürgerinitiative Hoort-macht-mobil e.V. gesammelt. Antworten bekam sie keine. Der Windpark, der gerade entsteht, belegt ein Gebiet, in dem es zahlreiche Horste von verschiedenen Greifvogelarten gibt. Auf Matthias Fenners Küchentisch liegen zwei Kartenausdrucke. Der eine Ausdruck zeigt die Standorte der Vogelhorste. Die andere Karte zeigt die geplanten  Standorte der Windkraftanlagen. Die Standorte der Vogelhorste und der Windkraftanlagen sind fast identisch. Das StALU hat keine Einwände, der NABU berät sich dazu.

„Mal sehen, ob sich die Grünen dafür interessieren? Die haben wir noch nicht angefragt“, sagt Fenner. „Uns ist eines wichtig. Es geht uns nicht darum alles pauschal abzulehnen. Die Bürgerinitiative besteht nicht aus Totatverweigerern. Aber wir wollen handfeste Antworten. 250.000 Hühner hinterlassen rund 1.000 Tonnen Kot pro Jahr, der irgendwo bis zur Verteilung auf den umliegenden Ackerflächen zwischengelagert wird. Ohne Filter verseuchen Keime und Viren die Luft.  Tiere füttern, säubern und transportieren. Das alles geht mit Lkw-Verkehr einher, der zusätzlich zu dem der anderen landwirtschaftlichen Betriebe entsteht. Es gibt keinen Flächennutzungsplan, sondern nur einen ,Vorhaben- bezogenen Bebauungsplan, Sondergebiet Junghennenanlage Hoort’. Und das obwohl Agrarfabriken in diesen Dimensionen  politisch nicht mehr erwünscht sein sollen. Unsere Bürgerinitiative Hoort-macht-mobil e.V. möchte einen zentralen Gesprächstermin, für den es lediglich drei Tagesordnungspunkte gibt. Windkraftanlagen, Junghennenaufzuchtanlage und Atommüllendlager. Womit müssen die Bürger in Zukunft leben und warum? Eingeladen sind die Hoorter Bürgermeisterin Iris Feldmann, der Hoorter Gemeinderat, Landrat Stefan Sternberg, der Chef des Bauernverbandes Dietrich Groth, Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus und Elisabeth Aßmann alsVorsitzende des Agrarausschusses. Wir sind für alle Terminvorschläge offen: vorstand@hoort-macht-mobil.de“, sagt Matthias Fenner  von der Bürgerinitiative Hoort-macht-mobil e.V.

Bildunterschrift:
Matthias Fenner: Die Bürgerinitiative Hoort macht mobil e. V. ist kein Zusammenschluss von Totalverweigerern. Aber die Bürger wollen belastbare Antworten in Fragen der Gemeindeentwicklung. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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