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Montag, 14. Oktober 2019

Kleinteilige Strukturen

Fast ein Fünftel aller Beschäftigten MVs im Handwerk
von Heiko Wruck
BERICHT
Schwerin/gc. 2017 und 2018 haben Deutschlands Landkreise, Städte und Gemeinden Überschüsse in historischen Größenordnungen erwirtschaftet. Das gilt auch für die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern. Doch trotzdem klebt der Nordosten Deutschlands auf dem Schlussplatz des Länderrankings fest. Das wundert nicht:


„Von den 40 steuerstärksten Kommunen liegen 39 in Westdeutschland; von den 40 schwächsten Kommunen 35 in Ostdeutschland“, teilt die Bertelsmann-Stifung in ihrer Broschüre „Kommunaler Finanzreport 2019“ mit. Schwache Steuereinnahmen, fehlende Industriebetriebe, eine dünne, überalterte Bevölkerung, hohe Sozialausgaben (Hartz IV), geringe Rücklagen, jahrelange Defizite sowie große Kassenkredite (Dispobeträge) belasten die Kommunen. Trübt sich dann auch noch die Konjuktur ein, reißt dies sofort empfindlich große Löcher in die Kommunalhaushalte.

Die Wirtschafts- und Beschäftigungsstruktur in Mecklenburg-Vorpommern ist stark von Kleinbetrieben geprägt. Sowohl die Kleinbetriebe als auch die Werften reagieren sensibel auf konjunkturelle Schwankungen. Und die Landwirtschaft als einer der größten Arbeitgeber hat zunehmend mit sich verändernden Klima- und Umweltbedingungen zu kämpfen. Einzig die Pflege- und Tourismusbranche weisen langjährig stabile Entwicklungen auf. Aber auch sie leiden unter dem sich immer weiter verstärkenden Fachkräftemangel.

„Angesichts der demografischen Entwicklung ist Mecklenburg-Vorpommern gut beraten, neue Personengruppen für die Berufsausbildung zu erschließen. In den letzten Jahren hat das Land mit der beruflichen Integration von Ausländern gute Erfahrungen gemacht, die sich im Ländervergleich mit überdurchschnittlich hohen Einmündungsquoten von Ausländern mit mindestens Hauptschulabschluss in eine vollqualifizierende Ausbildung niedergeschlagen haben“, so die Bertelsmann-Stiftung.

Für die Förderperiode bis 2020 stellt Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Verfügung, um die Innovationskraft der Unternehmen stärken. Die Forschungs- und Entwicklungsförderung wird  damit um 50 Millionen Euro aufgestockt für die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze im Land.

Der größte Wirtschaftsbereich in Mecklenburg-Vorpommern ist der Dienstleistungsbereich mit einem Anteil von fast 80 Prozent % an der gesamten Bruttowertschöpfung des Landes. Circa 112.000 Menschen sind in handwerksähnlichen und in produzierenden sowie dienstleistenden Handwerksbetrieben  beschäftigt. Das waren fast 20 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in MV. Heiko Wruck

Bildunterschrift:
Kleinteilige Wirtschaftsstrukturen prägen die Beschäftigungsverhältnisse und damit auch die Steuereinnahmen sowie die Kommunalhaushalte in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Heiko Wruck

KONTAKT:
Heiko.Wruck@t-online.de
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