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Montag, 9. März 2020

Alte Fotos aus Brüsewitz hoch im Kurs

Eine Dokumentation zum 800. Dorfjubiläum
von Heiko Wruck
BERICHT
Brüsewitz/gc. Brüsewitzer Geschichte ist ihr Ding: Annerose und Günter Gwildies haben viel zusammengetragen. Sie berichten detailreich von der Namensentstehung des Ortes und seiner Ersterwähnung. Eine Urkunde vom 25. Mai 1220 bezeugt die Übertragung des Ortes. Graf Grunzelin II. schenkte es Gattin Oda.


Die Eheleute Gwildies erzählen vom alten Gutshaus, das die Familie von Schack 1818 erworben hatte und das nach 1945 als Schule genutzt wurde, bis hin zu seiner Sprengung 1988 und der Entwicklung, die das Dorf bis heute nahm. Brüsewitz wird in diesem Jahr sein 800-jähriges Jubiläum feiern. Zu diesem Anlass suchen die Gwildies Fotos, die aus dem Dorfleben erzählen. „Aus den Jahren vor 1945 gibt es kaum Bilder“, sagt Günter Gwildies. „Die Landarbeiter hatten keine Kameras, um ihren Alltag zu dokumentieren.“

Eine überschaubare Anzahl von knapp über 400 digitalen Fotos haben die Gwildies trotzdem zusammengetragen. So fand sich eine CD mit eingescannten Negativen, die der ehemalige Lehrer Werner Pieloth in seinem einzigen Jahr in Brüsewitz aufgenommen hat. Er war von 1955 bis 1956 in dem Dorf, bis er in den Westen ging. 170 Fotografien brachte er über die Zeit und schenkte sie als CD im Jahr 2005 zum Jubiläum der Brüsewitzer Schule. Dort entdeckten die Gwildies sie und recherchierten den heute in Mönchengladbach lebenden Fotografen. Und Pieloths Bilder erzählen Geschichten.

Nun wollen Annerose und Günter Gwildies noch weitere historische Aufnahmen finden – aus den Jahren vor den beiden Kriegen bis hin zur Wiedervereinigung. So war sogar der erste und einzige Präsident der DDR in Brüsewitz, Wilhelm Pieck. Das war am 3. Dezember 1949, da war die DDR gerade zwei Monate jung. Mit Paul Sztob entsandte Brüsewitz einen Vertreter in die erste provisorische DDR-Volkskammer. Der Funktionär war 1953 Kondolenzbesucher auf Stalins Beerdigung. Später ging er nach Mestlin. Auch im Defa-Film „Der Weg nach oben“ wird über ihn und fünf Minuten über Brüsewitz berichtet.

Das Interesse an der Historie erwachte bei den Eheleuten Gwildies im Jahr 2015. Es war der 200. Geburtstag des Grafen Schack. Was sie zutage förderten, begeisterte sie so sehr, dass sie in Vorträgen das Wissen um den Grafen und den Ort in Vorträgen bis heute vermitteln. Anneroses und Günter Gwildies Schaffen ist auf der Website des Amtes Lützow-Lübstorf unter Gemeinde Brüsewitz dokumentiert.

Bildunterschrift:
Annerose und Günter Gwildies suchen historische Fotografien aus Brüsewitz. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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