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Montag, 27. April 2020

Das Virus ist für alles blind

Lockerung der Einschränkungen sind nur Probieren
von Heiko Wruck
BERICHT
Lassahn/gc. Trotz erster Lockerungen der coronabedingten Einschnitte in das öffentliche Leben und die Wirtschaft ist das Land von Normalität noch weit entfernt.


Damit müssen Künstler, Betriebe, Behörden und Einrichtungen vermutlich noch eine längere Zeit umgehen. Wie sie diese Herausforderungen meistern, ist höchst unterschiedlich. Doch auch trotz der aktuellen Erleichterungen bleiben die politischen Entscheidungen nur angewandte Mathematik. Die Halbwertzeit der politischen Entscheidungen zur Seuchenbekämpfung hängt von den Infektions-, Genesungs- und Todesfallzahlen ab. Steigen die Infektions- und Todesfallzahlen bei sinkenden Genesungsraten wieder an, werden zwangsläufig wieder alle Lockerungsmaßnahmen zurückgefahren. Das Nachsteuern bestimmt die Politik der kleinen Schritte. Deswegen ist es wichtig, am Bewährten festzuhalten und neue Schutzmaßnahmen auszuprobieren. Wie zum Beispiel das Tragen von Mundschutzmasken und -tüchern im Öffentlichen Nahverkehr oder in Geschäften. Das ist sicher gewöhnungsbedürftig, zuweilen lästig, aber es ist auch nur ein kleines Opfer für mehr Mobilität.

Schwieriger wird es, wenn der Staat als zentraler Interessenverwalter auftritt. Dann gibt es nur eine Ansage und damit auch nur eine Norm. Es fehlt das Korrektiv. So scheint es sinnvoller zu sein, die politischen Entscheidungen im Umgang mit der Coronakrise in der Länderverantwortung zu belassen. Das geht nur im Föderalismus. Es setzt allerdings voraus, dass die Menschen Vertrauen in ihre Politiker, immerhin mehrheitlich gewählte Volksvertreter, haben. Das Virus ist blind für Nationen, Grenzen, Kontinente, Länder, Kulturen, Ethnien, Religionen, Ideologien und Wirtschaftssysteme. Es betrifft die Menschen, egal wo sie leben. Der Unterschied ist, wie die Menschen in den betroffenen Regionen damit umgehen. Dswegen gilt trotz aller politischen Erleichterungen immer noch die alte Formel: Halten Sie bitte Abstand und bleiben Sie gesund.

A- und B-Teams
Klaus Jarmatz, Leiter Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe. Foto: Heiko Wruck

Zarrentin/gc. Kurzarbeit findet bei uns nicht statt. Wir haben ein A- und ein B-Team. Beide wechseln alle 14 Tage vom Homeoffice ins Amt. Arbeiten wie Bauleitplanungen, Baugenehmigungen, Prämienzahlungen, EU- Leistungen und vieles mehr laufen trotz der Coronakrise weiter. Nur Tourismus und Bildungsarbeit finden derzeit nicht statt. Jetzt werden Arbeiten erledigt, für die sonst keine oder zuwenig Zeit ist. Wartungsarbeiten und konzeptionelle Dinge stehen im Vordergrund. Klaus Jarmatz

Keine Kurzarbeit
Claudia Kaltenbach, Leiterin der Stadtbibliothek Hagenow. Foto: Heiko Wruck

Hagenow/gc. Wir bieten einen Lieferservice an. Die Kunden melden sich telefonisch oder per E-Mail bei uns und nennen Themen, Medien, Autoren. Wir packen die Bestellungen zusammen und liefern sie aus: entweder zu Fuß, mit dem Auto oder mit unserem Aufzug. Da kommen die Leute zu uns und klingeln, wenn sie da sind. Dann lassen wir deren Bestellung mit dem Aufzug runter. Kurzarbeit haben wir mit drei Mitarbeitern nicht. Noch nie wurde die Onleihe MV so intensiv genutzt. Claudia Kaltenbach

Alle in Kurzarbeit
Michael Wufka, Geschäftsführer der Tourist Info Plau am See GmbH. Foto: Heiko Wruck

Plau am See/gc. Das komplette Team der Tourist Info inklusive meiner Person ist in Kurzarbeit. Homeoffice ist für uns leider keine Alternative. Wir bearbeiten  Anfragen der Gäste per E-Mail und Telefon. Ebenso verschicken wir unseren Gastgeber-Katalog, den die Leute bestellen, doch weniger als vor der Krise. Aber es kommen jeden Tag ein paar Bestellungen rein. Ansonsten gibt es viel Austausch im Kollegenkreis in MV, um sich über Entwicklungen und Maßnahmen auszutauschen. Michael Wufka

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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