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Montag, 28. September 2020

Antike bis G5

Vom Skriptorium zur Smart Gity
von Heiko Wruck
BERICHT

Lassahn/gc.
Skriptorien waren seit der Antike fester Bestandteil klösterlicher Schriftausübung. Hier wurden sakrale, aber auch profane Texte verfasst und vervielfältigt. Wandernde Schriftkundige boten als Straßenschreiber ihre Dienste dem gemeinem Volk an. Später ließen sie sich mit öffentlichen Schreibstuben nieder.

Bis zum Ende des 18. Jahunderts genügte vielen Geschäftsleuten, von ein paar Kaufmannskontoren und Handelshäusern abgesehen, für ihre Präsenz und als Ort für Geschäftsabschlüsse ein einfacher Tisch in einer Schänke. Der Kneipentisch konnte oft fest angemietet werden. Dort traf man sich, um Interessenten kennenzulernen, Geschäfte unter Dach und Fach zu bringen, um Besprechungen abzuhalten oder um Kunden und Partner zu bewirten. Damit war auch klar, wo sich der Sammelpunkt geschäftlicher Mobilität befand: in der Kaschemme um die Ecke. Die Kaschemmen sind verschwunden, die Büro umgezogen. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Büro, wie es uns heute bekannt ist. Die Industrialisierung krempelte das Leben um. Produktionsstätte, Versandterminal und Administration konzentrierten sich an einem Ort. Dem folgte auch die Mobilität der Arbeit.

Die Fabrik war gleichzeitig Sammlungs- und Zerstreuungspunkt für Warenströme und Wertschöpfung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts genügten etwa drei Prozent der Beschäftigten, um die Büroarbeit zu leisten. Die Masse der Arbeiter war mit der Herstellung der Produkte, dem Transport der Rohstoffe und mit dem Verteilen der Ware befasst. So folgte die Entwicklung des Büros der Entwicklung der Industriearbeitsplätze. Ab etwa 1960 wurden immer mehr Einzelbüros zu Gemeinschaftsbüros umgewandelt. Höhepunkt dieser Entwicklung war das nach industriellem Vorbild gestaltete Großraumbüro, das ab etwa 1970 zunehmend Raum griff. Auch hier war die Arbeitsmobilität in der Hauptsache an das Büro gekoppelt. Stechuhren gaben den Arbeitstakt der Büroangestellten vor. Dieses Modell der Arbeitsorganisation wurde erst durchbrochen als der Laptop die Schreibmaschine und der Computer den Karteikasten ablöste.

Zwar kamen die ersten Laptops 1980 auf den Markt, aber klein, leicht und handlich wurden sie erst ab 1990. Nun war klar, dass sich Büroarbeiten mit dem Laptop auch auf der heimischen Terrasse, auf dem Balkon oder im Garten erledigen ließen. Die Digitalisierung Anfang der 2000-er Jahre brachte den nächsten Schub: Homeoffice, Flieger, Zug und das Auto wurden zu Arbeitsorten. 2007 leitete das erste Apple-Smartphone den nächsten Mobilitätschub ein: das zeitlich und räumlich entgrenzte Internet. Die Echtzeit-Kommunikation per G5-Technologie wird den nächsten Mobilitätsschub bringen.

Bildunterschrift:
Als der Laptop die Schreibmaschine verdrängte, wurde die Arbeit mobil. G5 bringt den nächsten Mobilitätsschub. Foto:Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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