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Montag, 21. September 2020

Der Diesel lebt

Langlebig und verbrauchsarm fahren
von Heiko Wruck
BERICHT

Lassahn/gc.
Totgesagte leben länger. Das trifft auch auf den Diesel zu, denn die Gründe, warum man sich ausgerechnet ein dieselgetriebenes Fahrzeug zulegt, gibt es nach wie vor:  Sparsamkeit, höhere Reichweiten bei moderater Fahrweise, geringere Kraftstoffkosten als bei Benzinern und langlebige robuste Motoren. Und trotzdem ist der Diesel ins Gerede gekommen.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind Diesel-Fahrzeuge mit einem Anteil von 60 Prozent Hauptquelle der Stickstoffdioxidbelastung  (NO₂) in den Städten. Der tägliche Stadtverkehr trägt zu etwa 65 Prozent zur NO2-Belastung bei. Daran sollen die Diesel-Pkw wesentlich beteiligt sein: Sie allein sollen 65 Prozent der direkten NO₂-Emissionen des Straßenverkehrs verursachen, so des Umweltbundesamt. Busse liegen demnach im Bundesdurchschnitt bei nur vier Prozent der Emissionen im Stadtverkehr. Auch Lkw- und Lieferverkehr sollen zusammen auf rund 28 Prozent kommen. Wer sich heute einen Diesel zulegen möchte, der sollte unbedingt auf die Norm Euro 6d-TEMP beziehungsweise Euro 6d achten. Und es gilt ebenfalls zu beachten: Kleine Autos sind deutlich umweltfreundlicher und schadstoffärmer als große Fahrzeuge.

Das Akronym „TEMP“ steht dabei für „temporär“ (zeitweilig oder vorübergehend). Die Norm Euro 6d-Temp war lediglich ein Zwischenschritt bis zur Einführung der noch strengen Abgasnorm Euro 6d ist. Die Euro 6d gilt seit dem 1. Januar dieses Jahres. Doch zurück zur Diesel-Fahrpraxis. 80 Liter fasst der Tank des Ford Transit. Knapp über 1.000 Kilometer kommt man bei moderatem Fahrstil mit dem nicht gerade windschnittigen Gefährt, das noch mit der Norm Euro 4 unterwegs ist. Vor Corona war das Tanken einmal pro Woche fest eingeübtes Ritual. Seit den Pandemiebeschränkungen muss der Transit nur noch einmal pro Monat zur Tränke, maximal zweimal. Interessant sind hier immer noch die Kraftstoffkosten. Während der Coronazeit wurde der Liter Normal-Diesel zwischen 0,999 und 1,309 Euro verkauft. Teurer geht immer, wenn man sich aufgewertete Dieselerzeugnisse in den Tank tut. Da kommt man schnell auf einen Literpreis jenseits der  1,409 Euro. Doch für die kontinuierliche Betankung ist der Edelkraftstoff dann doch zu teuer. Und das Leistungsversprechen, dass der Motor dadurch besser vor Schmutz und Verschleiß geschützt würde, scheint wenig belastbar. Schon vor 30 Jahren, als es den Edelverschnitt noch nicht gab, galten Dieselmotoren als geradezu unzerstörbar. Wer sich also heute für einen neuen Diesel mit Euro 6d entscheidet, der setzt immer noch auf Langlebigkeit, geringen Verbrauch und weniger Kraftstoffkosten.

Bildunterschrift:
Je älter das Auto, umso schlechter die Werte: Moderne Dieselfahrzeuge mit der Norm Euro 6d sind eine Technologie, mit der sich auch Dieselfahrer getrost auf den Weg machen dürfen. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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