Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 30. September 2020

Online im Cafè

Mobiles Arbeiten im öffentlichen Raum
von Heiko Wruck
BERICHT

Lassahn/gc.
Die Aussicht, mit riesigen Büroflächen auch künftig noch Geld verdienen zu können, verdunkeln sich. Die Corona-Pandemie zerrt eine lang ignorierte Wahrheit ans Licht: Büroarbeit lässt sich mittlerweile an so ziemlich jedem Ort erledigen. Jedenfalls wenn es dort schnelles Internet gibt.

Richtige Chefs können damit sehr gut umgehen, weil sie nicht darauf angewiesen sind, ihre Mitarbeiter zu dominieren. Sie wissen, dass nicht die Anwesenheit im Büro die gewünschten Ergebnisse bringt, sondern die Motivation, die anstehende Arbeit termingerecht in der geforderten Qualität abzuliefern. Damit wird auch klar, dass weniger Bürofläche teuer angemietet, eingerichtet, gereinigt, modernisiert und nicht zuletzt unterhalten werden muss. Ein Teil dieser eingesparten Kosten kann dem mobil arbeitenden Mitarbeiter auf das Gehalt aufgeschlagen werden. Das dürfte seine Motivation zusätzlich erhöhen. Und die Tatsache, dass sich durch das mobile Arbeiten auch Familie, Job und Freizeit sehr viel flexibler gestalten und vor allem unter einen Hut bringen lassen, dürfte für einen zusätzlichen Leistungsschub bei den Beschäftigten sorgen.

Die Voraussetzung dafür sind ein überall verlässliches schnelles Internet, eine umfassende Digitalisierung aller Geschäftsabläufe und eine zuverlässig funktionierende Hardware mit reibungslos arbeitender Software. Wer heute glaubt, dies alles sei noch Zukunftsmusik, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. All dies ist bereits jetzt möglich und wird oft bereits auch praktiziert. Sichere Internetverbindungen über geschützte öffentliche WLAN- und mobile Netze gehören natürlich ebenso zur modernen Technologie wie Datenschutz und Datensicherheit. So kann man zwar bei schönem Wetter auch am Strand und bei Regen im Cafè seine Büroarbeit erledigen. Doch sollte ausgeschlossen werden, dass Dritte Zugang zu Daten, zum Tablet, zum Smartphone, zum Laptop oder zu Geschäftsunterlagen bekommen. Auch die Möglichkeit, Telefonate mitzuhören, muss ausgeschlossen werden. Wer dafür ein Bewusstsein hat, dem ist zeitlich und räumlich entgrenztes Arbeiten nach weitgehend eigener Maßgabe kein Graus. Im Gegenteil.

So kann die Arbeit echte Erfüllung sein und wird nicht zur Maloche. Doch das mobile Arbeiten betrifft nicht allein die Bürojobs der Zukunft. Die G5-Technologie kündigt die nächste Mobilitätsrevolution an. Durch die rasante Geschwindigkeit des Datenaustauschs in Echtzeit wird es schon bald möglich sein, Kräne, Autos, Roboter und vieles mehr ortsunabhängig zu steuern. Ob dies auf der heimischen Terrasse oder in einem Restaurant, im Zug beziehungsweise auf einer Bergspitze passiert, spielt keine Rolle mehr. Wichtig wird nur noch sein, dass das Ergebnis stimmt.

Bildunterschrift:
Noch ist das Arbeiten im Homeoffice oder im Cafè für viele Beschäftigte ungewohnt. Doch Corona verändert dies gerade. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
___________________________________