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Mittwoch, 14. Oktober 2020

Handfeste Gründe

Fast 80.000 Berufspendler verlassen MV
von Heiko Wruck
BERICHT

Lassahn/gc.
Auch 2019 blieb Mecklenburg-Vorpommerns Arbeitsmarkt von Berufspendlern deutlich geprägt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im vergangenen Jahr rund 29.000 Menschen nach Mecklenburg-Vorpommern ein. 7.000 davon kamen aus Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und aus Brandenburg. Dagegen pendelten jedoch circa 76.600 Menschen in 2019 aus Mecklenburg-Vorpommern wegen der Arbeit in andere Bundesländer aus.

Das ist ein Auspendlerüberschuss von immerhin 47.600 Menschen, die im eigenen Bundesland keine Arbeit finden oder in Mecklenburg-Vorpommern nicht arbeiten wollen. Allein etwa 21.000 Beschäftigte verlassen über den Weg zur Arbeitstätte in Schleswig-Holstein jeden Tag das Land und kehren abends zurück. Sehr viele Berufspendler wohnen in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim. Sie nutzen die unmittelbare Nähe zu den grenznahen Arbeitsmärkten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Lübeck und Hamburg.

Um die heimische Wirtschaft während der Corona-Pandemie zu unterstützen, hatte die Landesregierung beschlossen, im Zeitraum vom 28. März bis zum 16. Mai 2020 Arbeitgeber bei der Finanzierung von Mehraufwendungen für die Unterbringung und Verpflegung von Pendlern mit Hauptwohnsitz im Ausland (z. B. Polen, Lellnad, Estland, Litauen) und einer Arbeitsstätte in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund von Einreisebeschränkungen und Quarantäneregelungen mit einem Pendler-Zuschuss zu unterstützen. Bis Ende Juni 2020 konnten die Unternehmen Anträge auf Gewährung und Auszahlung des Pendler-Zuschussesfür den genannten Zeitraum stellen. Das galt allerdings nur für medizinisches Personal und Personal in Pflegeeinrichtungen. Mittlerweile hat sich das geändert.

MVs Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt ezielt auch polnische Tagespendler und Wochenpendler, die ihren Hauptwohnsitz ebenfalls nicht in der Bundesrepublik Deutschland haben. Antragsberechtigt sind Arbeitgeber, die in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis Pendler beschäftigen, die ihren Hauptwohnsitz im Ausland haben, an einer Arbeitsstätte in MV arbeiten und wegen von durch die Corona-Pandemie bedingten Einreisebeschränkungen und Quarantäneregelungen nicht mehr regelmäßig zwischen Wohnort und Arbeitsort pendeln können. Der Fachkräftemangel ist nicht allein nur für Mecklenburg-Vorpommern Wirtschaft und Verwaltung ein großes Problem. Entsprechend stark werden sie umworben. Doch der Pendleraktionstag, der für den 2. September 2020 geplant war, wurde coronabedingt abgesagt.

Bildunterschrift:
Staus auf den Autobahnen, Bundes- und Landestraßen, der zähe morgendliche Berufsverkehr und die Parkplatzknappheit erschweren Berufspendlern oft die tägliche Fahrt zur Arbeit. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heiko.Wruck@t-online.de
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