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Montag, 5. Oktober 2020

Kein Büroschnack

Mobiles Arbeiten im Auto
von Heiko Wruck
BERICHT

Lassahn/gc.
Ist es heute noch nötig, dass Beschäftigte, deren Arbeitsplatz das Auto ist, ins Büro kommen? Eigentlich nicht. Denn egal ob ein Kurierfahrer ein Paket abliefert, ein Taxi Fahrgäste zu einem Bestimmugsort bringt, ein Lieferdienst die Bestellung aushändigt oder ein Lkw die nächste Regalfüllung für den Supermarkt transportiert: deswegen muss heute niemand mehr ins Büro.

Ladungsverzeichnisse, Fahrstrecken, Lenkzeiten, Kraftstoffverbräuche, Standzeiten, Leerfahrten, Ortspräsenz, Aufenthaltsdauer und vieles mehr wird bereits heute schon von Profidiensten protokolliert. Selbst Atemalkohol, Aufmerksamkeit, Gesundheitszustand und die Reaktionsfähigkeit der Fahrzeugführer können heute elektronisch überwacht werden. In nicht all zu ferner Zukunft wird selbst der Fahrzeugführer nicht mehr benötigt. Das autonome Fahren löst ihn ab. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sind Autos zu 100 Prozent Arbeitsorte geworden. Reine Transportmittel sind sie dann nur noch in zweiter Linie.

Ob sie künftig noch eigenes Bordpersonal benötigen, ist zu bezweifeln. Aber immer dort, wo sich Autos sowohl als Transportmittel als auch als Arbeitsort etablieren, wird das mobile Arbeiten im Auto eine neue Dimension in der Wertschöpfung, aber auch in Fragen der Bürgernähe eröffnen. So können Bauberater mit einem Wohnmobil ihr Büro von Baustelle zu Baustelle fahren. Ähnlich geht es mobilen Dienstleistern fast aller Coleur. Und auch das mobile Bürgerbüro, das eine Amtsverwaltung über die Dörfer schickt, ist bereits heute keine Fiktion mehr. Ein festes Gebäude ist dafür längst nicht mehr nötig. Tablet, elektronische Unterschrift und Smartphone genügen völlig.

Doch zu beachten ist, dass das Auto beim mobilen Arbeiten auf einem sicheren Parkplatz steht. Während der Fahrt mobil Arbeiten zu wollen, widerspricht jeder Vernunft. Denn als aktiver Verkehrsteilnehmer gehört die Aufmerksamkeit des Fahrzeugführers uneingeschränkt dem Verkehrsgeschehen. Leider passieren immer noch zu viele Unfälle, oft mit tragischen Folgen, weil während der Fahrt mit der Hand am Ohr telefoniert, E-Mails gecheckt oder Nachrichten versandt werden. Werden diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet, steht dem mobilen Arbeiten nichts im Wege.

Man fährt an einen Ort, an dem es stabiles schnelles Internet gibt. Außerdem sollte der Pkw genügend Platz bieten, um einen Laptop oder ein Tablet bequem bedienen zu können. Ausreichend viele und große Abstellflächen sowie Ablagefächer sollten vorhanden sein. Moderne Autos verfügen über Lademöglichkeiten für Smartphone und Co. Die Autobatterie liefert den  Strom. Trotzdem ist es besser, während der Fahrt eine Powerbank aufzuladen, um sie im Bedarfsfalls länger nutzen zu können.

Bildunterschrift:
Beschäftigte, deren mobiler Arbeitsplatz das Auto ist, müssen dank Digitalisierung heute längst nicht mehr ins Büro. Foto: Heiko Wruck

Kontakt:
Heikmo.Wruck@t-online.de
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